Erfolg9 Tipps, um besser zu präsentieren

Präsentationen sind einfach nicht so Ihr Ding, finden Sie. Die treiben Ihnen Schweißperlen auf die Stirn. Schriftlich können Sie sich ja eh besser mit komplexen Themen auseinandersetzen als im Meeting, denken Sie. Und sowieso, sich selbst darzustellen, da vorn vor der Leinwand, das mögen Sie einfach nicht. Dabei ist gutes Präsentieren gar nicht schwer. Mit diesen einfachen Tricks gelingt es Ihnen beim nächsten Mal ganz leicht:

# 1: Vorbereiten

Klar, das ist nichts Neues – aber dennoch grundlegend. Hat man sich gut auf den Vortrag oder die Präsentation vorbereitet, ist die Nervosität nur noch halb so schlimm. Denn weiß man, dass man die meisten Fragen beantworten kann, dass man die nötigen Zahlen parat hat, und auch für die fiese Frage vom Chef gerüstet ist, dann schlägt das Herz nicht mehr ganz so schnell. Den Vortrag ein oder zwei Mal zu üben, das hilft zudem, sich auf die Gesprächssituation einzustellen.

# 2: Aufmerksamkeit erregen

Beginnen Sie Ihren Vortrag nicht mit den üblichen Floskeln, die sie selbst schon hunderte Male gehört haben. Denken Sie sich lieber etwa Neues aus, um die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer zu gewinnen. Da kann es auch helfen, genau die Fragen laut zu stellen, die Sie sich selbst während der Vorbereitung gestellt haben. So fühlt sich Ihr Publikum gleich angesprochen und bleibt dran.

# 3: Storytelling

Für einen guten Vortrag gilt das gleiche wie für eine gute Geschichte: Regen Sie die Fantasie Ihrer Zuhörer an. Natürlich sollten Sie keine Märchen erzählen, aber einen Protagonisten, der vor einer Herausforderung steht, ein Problem lösen muss oder eine Veränderung anstoßen will. Spinnen Sie also einen roten Faden, dem Sie mit dem Vortrag folgen. Dann folgt Ihnen auch das Publikum. Damit es sich das Gesagte auch besser merkt, sollten Sie Ihre Geschichte mit starken Bildern ausstatten. Die bleiben eher im Kopf als Zahlen oder Listen.

# 4: Prägnant formulieren

Verzichten Sie auf Fachchinesisch, Denglisch oder zu viele Fremdwörter. Wenn der Zuhörer überlegen muss, was der Begriff genau bedeutet, schaltet er ab und kommt nicht gut mit. Sprechen Sie stattdessen in kurzen Sätzen mit starken Verben und verzichten auf blumige Adjektive. Und: Bombardieren Sie die Zuhörer nicht mit Zahlen. Setzen Sie ausgewählte Zahlen in Bezug zu anderen, zum Beispiel den Ergebnissen des Vorjahrs.

Machen Sie zudem Gebrauch von rhetorischen Stilmitteln. Natürlich gilt auch hier: Weniger ist mehr. Drücken Sie sich nicht in umständlichen Metaphern aus oder kreieren zu viele Neologismen. Wohl dosiert machen Stilmittel Ihre Sprache aber plastischer, die Bilder deutlicher. Klimatische Beschreibungen bieten sich an (vom Kleinsten zum Größen), einfache Vergleiche („so groß wie zwei Fußballfelder“), vielleicht auch eine passende Parabel.

# 5: Atmen

Wenn Sie sehr nervös sind, versuchen Sie ruhig zu atmen – auch direkt vor der Präsentation. Tiefes ein- und ausatmen hilft Ihnen, gelassener zu werden, kein hektisches in den Brustkorb atmen. Denn bei Nervosität und Stress atmet man mehr ein als aus, deswegen hilft es, ganz bewusst auszuatmen. Um Hektik abzuschütteln, das ist vor allem für Schnellsprecher wichtig, ist es zudem nützlich, sich langsamer zu bewegen, also nicht hektisch vor der PowerPoint-Präsentation zu tänzeln, sondern achtsame Bewegungen zu machen.

# 6: Pausen machen

Um Wichtiges hervorzuheben oder Zeit für Fragen zu lassen, sollten Sie Pausen in Ihren Vortrag einplanen. Noch eindringlicher wird es, wenn Sie währenddessen Blickkontakt zum Publikum aufbauen. Pausen können Inhalte strukturieren und den Zuhörern bei komplexen oder überraschenden Aussagen Zeit zum Verstehen vermitteln. Verlieren Sie außerdem den roten Faden, vermeiden Sie es, zu stammeln, also in Hilfssilben wie „Äh“ und „Ähm“ zu verfallen. Machen Sie lieber eine Pause.

# 7: Sich bewegen

Um mit mehr Volumen in der Stimme zu sprechen, stellen Sie sich hin statt am Konferenztisch zu sitzen. Im Stehen fällt es auch leichter, sich zu bewegen und die Hände zu nutzen. Das wiederum erregt die Aufmerksamkeit des Publikums und lässt Ihre Präsentation dynamischer wirken. Wichtige Aussagen mit einer Bewegung der Hände zu unterstreichen, hebt Ihre Erkenntnisse hervor – und lässt Sie souveräner erscheinen.

# 8: Emotionen zeigen

Menschen interessieren sich ja vor allem für Menschen. Nicht für Zahlen, Graphen oder Kurvendiagramme. Deshalb ist es für eine gute Präsentation wichtig, Menschliches einzubauen. Sprechen Sie ruhig von Ihren eigenen Emotionen oder streuen Anekdoten ein, die die Bedeutung einzelner Thesen unterstützen. Natürlich sollten Sie die nicht vom Manuskript ablesen. Das kann auswendig gelernt wirken und Sie im schlimmsten Fall in den freien Rede hemmen. Notieren Sie sich die wichtigsten Stichwörter auf Karteikarten oder auf einem Zettel.

Schreiben Sie sich lieber keine ganzen Sätze inklusive Nebensatzkonstruktionen vor. Das führt bei Aufregung zu Verwirrung und kann nur schwer frei vorgetragen werden. Besser sind Substative und Verben, den Rest ergänzen Sie mit eigenen Worten spontan. Und: Planen Sie einen emotionalen Schluss. Schließlich entscheidet der häufig darüber, ob man das Gesagte verankert oder es vergisst.

# 9: Nicht verstellen

Wenn Ihnen einige der Tipps nicht entsprechen und Sie sich unwohl fühlen, mit Emotionen zu spielen oder Geschichten zu erzählen, dann lassen Sie es. Nichts ist schlimmer, als einem Schauspieler zuzusehen, der keinen Spaß am Spielen hat. Und das ist ja der eigentliche Tipp: Haben Sie Freude beim Präsentieren. Die überträgt sich automatisch auf Ihre Zuhörer.