Karriereschub6 Strategien, um in Meetings zu glänzen

Symbolbild Meeting mit dem Chef
Symbolbild Meeting mit dem ChefGetty Images

„Sagen Sie doch auch mal was“: Wenn der Vorgesetzte einen Mitarbeiter im Meeting plötzlich direkt anspricht, fühlt sich der Betroffene nicht selten überrumpelt, überfordert und auch ungerecht behandelt. Warum musste der Chef gerade mich vor versammelter Mannschaft herauspicken?, ist oft der erste Impuls. Arbeitstreffen verleiten dazu, sich in passive Sicherheit zurückzuziehen. Dabei werden Meetings erst dann wirklich produktiv, wenn sich möglichst viele Teilnehmer an der Diskussion beteiligen.

Gerade in großen Unternehmen kann ein Meeting die perfekte Gelegenheit bieten, um die entfernte Chefetage auf sich aufmerksam zu machen. Experte Paul Axtell empfiehlt daher, sich vor dem Meeting auf eine mögliche Wortmeldung vorzubereiten. Er formulierte in der „Harvard Business Review“ diese Tipps, um im Meeting zu glänzen.

#1 Sorgfältige Vorbereitung

Wer bei einem Treffen nur körperlich anwesend ist, trägt rein gar nichts zum Gelingen bei und verpasst womöglich eine Chance, um mehr über seine Firma zu lernen. Axtell rät: Bereiten Sie sich sorgfältig auf jedes Meeting vor. Gibt es eine Tagesordnung? Dann gehen Sie jeden Punkt durch. Notieren Sie Fragen, die sich Ihnen stellen und mögliche Anmerkungen.

#2 Selbstvertrauen

Das Wort zu ergreifen, setzt Selbstbewusstsein voraus. Oft dominieren aber die Zweifel, ob der eigene Input überhaupt relevant ist. „Ihre Ideen, Fragen und Ansicht sind oft einzigartiger, als Sie meinen“, ermutigt Axtell. Für ihn bildet Selbstvertrauen die Basis. Wer seine eigene Meinung schätze, könne Kollegen leichter überzeugen.

#3 Durchatmen

Der Chef fordert überraschend von Ihnen eine Einschätzung? Gönnen Sie sich vor der Antwort eine kurze Atempause. Achten Sie darauf, trotz der Stresssituation nicht zu schnell zu sprechen.

#4 Struktur

Die Atempause verschafft Ihnen auch einen Moment zum Nachdenken. Axtell rät, die Aussagen mit einem einleitenden Satz zu strukturieren. „Ich habe eine Anmerkung und eine Frage“ oder „Diese drei Punkte sind für mein Team wichtig“ geben einen Rahmen für Ihre Wortmeldung vor. Das kann die Aufmerksamkeit erhöhen.

#5 Gedankenfluss in Bahnen lenken

Ein schier endloser Gedankenfluss ist der Todesstoß für jedes Meeting. Nicht jede Wortmeldung muss aber nach Ansicht des Experten bis zum Ende durchdacht sein. „Laut zu denken ist ein kreativer Vorgang, der nicht präzise abläuft“, ermutigt Axtell. Aber auch hier sei es wichtig, die Kollegen vorzubereiten. Sie könnten beispielsweise sagen: „Ich bin mir selbst noch nicht ganz im Klaren darüber, aber vielleicht finden wir ja gemeinsam eine Antwort.“

#6 Nicht reden um jeden Preis

Wortmeldungen im Meeting sind kein Selbstzweck. Wurden alle für Sie relevanten Punkte angesprochen, hilft es nichts, sie bei einer Nachfrage des Chefs noch mal durchzukauen. Merken Sie kurz an, welchen Aussagen welcher Kolleginnen und Kollegen Sie zustimmen und belassen Sie es dabei. Manchmal liegt auch beim Glänzen in der Kürze die Würze.