Karriere5 Grundsätze für den Umgang mit Kritik

Kritik gehört zum Berufsleben dazu
Kritik gehört zum Berufsleben dazuGetty Images

Wer nicht mit Kritik umgehen kann, wird nichts im Leben. Jedenfalls nichts Gescheites. Selbstbewusste Naturen neigen dazu, Einwände vom Tisch zu wischen oder sie als persönlichen Angriff zu werten. Bei unsicheren Menschen leidet gleich das Selbstwertgefühl und Ideen werden vorschnell über Bord geworfen. Der konstruktive Umgang mit Kritik will gelernt sein. Diese fünf Grundsätze helfen dabei, das Beste aus Kritik zu machen.

#1 Kritik gehört zum Berufsleben

Manche Menschen sind Kritik schlicht nicht gewöhnt. Vielleicht sind ihnen bislang nie Fehler unterlaufen. Naheliegender ist die Vermutung, dass sich einfach nie jemand die Mühe gemacht hat. Denn Kritik zu üben ist anstrengender, als den Mund zu halten. Da kann die erste kritische Anmerkung zur eigenen Arbeit das Weltbild auf den Kopf stellen. Bei jeder Art von Überraschung sind Abwehr und Verteidigung natürliche Reflexe. Sie sind aber das Gegenteil von konstruktivem Denken. Daher ist es wichtig, Kritik als integralen Teil des Berufslebens zu begreifen. Wer nicht alles weiß, muss Kritik vertragen können.

#2 Kritik nicht ignorieren

Das können sich nur Menschen erlauben, die niemals Fehler machen. Kritik kennt nach Möglichkeit keine Hierarchien. Wer meint, nur von Vorgesetzten auf Fehler hingewiesen werden zu dürfen, beraubt sich eines Sicherheitsnetzes. Auch ein fachlich weniger qualifizierter Kollege kann einen berechtigten Einwand vorbringen.

#3 Unqualifizierte Kritik erkennen

Ja, Kritik sollte nicht ungeprüft abgeschmettert werden. Nach der ersten Schnellprüfung darf aber das Urteil stehen: Ich weiß es besser. Einige Mitarbeiter nörgeln einfach gern oder denken, dank ständiger Bevormundung klüger zu erscheinen. Nicht jede kritische Anmerkung ist es wert, dass man sie sich zu Herzen nimmt.

#4 Nicht gleich alles als Kritik verstehen

Wer sich ständig kritisiert fühlt, manövriert sich selbst in eine defensive Grundhaltung. Dabei ist nicht jede Anmerkung gleich eine Grundsatzkritik. „Tu das bitte nicht“, „Du hast das vergessen“ sind meist ganz normale Hinweise oder Erinnerungen. Wer da automatisch mit einer Rechtfertigung kontert, anstatt das Versäumnis souverän anzunehmen, schadet seiner Glaubwürdigkeit.

#5 Kritik einfordern

Kritik hat zu Unrecht eine negative Konnotation. Sie ist zunächst einmal neutral. Das Wort geht auf den griechischen Ausdruck für „unterscheiden“ oder „beurteilen“ zurück. Wer Kritik übt, vermag sich also eine ausgewogene Meinung zu bilden. Dementsprechend wichtig ist es, im Job regelmäßig kritisiert zu werden. Die Vorgesetzte ist im Jahresgespräch nur voll des Lobes? Da kann es sich lohnen, offensiv nach Kritik zu fragen. Denn nur so lässt sich aufkeimende Unzufriedenheit früh erkennen.