Berufsleben5 Fehler, die zur Selbstausbeutung führen

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland macht regelmäßig Überstunden
Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland macht regelmäßig Überstundendpa

Unglaubliche 6562 Überstunden leisten Fachkräfte im Verlauf ihres Berufslebens. Das belegt der „Arbeitszeitmonitor 2018“, eine Vergütungsstudie der Analysten von Compensation Partner. Bei der Auswertung der Daten fand man heraus, dass 53 Prozent der Beschäftigten in Deutschland regelmäßig länger arbeitet als vertraglich vereinbart. Allerdings erhalten laut der Datenanalyse lediglich 38 Prozent einen Ausgleich. Die Bereitschaft, länger und härter zu arbeiten als subjektiv gesehen erforderlich wäre, ist eines der Symptome für Selbstausbeutung. Fünf Fehler und wie man sie vermeiden kann:

#1 Arbeitszeit aus dem Blick verlieren

Wer unter Selbstausbeutung leidet, nimmt in Kauf, dass die eigene Gesundheit leidet. Arbeiten am Belastungslimit führt nicht selten zu Burn-out – einem Stresssyndrom, das allmählich zu einer regelrechten Volkskrankheit avanciert. Machen Sie sich bewusst, dass Sie durch übermäßige Überstunden nicht unbedingt bessere Leistungen bringen. Ganz im Gegenteil, die Konzentration schwindet, Fehler schleichen sich ein und Sie brennen bei Dauerdruck langfristig aus. Nehmen Sie sich vor, die reguläre Arbeitszeit noch effektiver zu nutzen, dafür aber pünktlicher Feierabend zu machen.

#2 Berufliches und Privates nicht trennen

Wie heißt es so schön? Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps! Was durch diese Redensart salopp zusammengefasst wird, ist die Tatsache, dass man eine möglichst klare Grenze zwischen beruflichem Alltag und Privatleben ziehen sollte. Im digitalen Zeitalter fällt das vielen zunehmend schwerer. Schließlich ist man dank Smartphones und Co. jederzeit erreichbar und kann selbst von unterwegs noch weiterarbeiten. Zwingen Sie sich, nach Feierabend zu Hause keine beruflichen Mails mehr zu lesen oder zu schreiben. Das Arbeitshandy darf auch mal komplett ausgeschaltet werden.

#3 Zu wenig Pausen im Homeoffice

Flexible Arbeitsmodelle und die Möglichkeit zum Homeoffice können den Alltag extrem erleichtern – oder ins Gegenteil umschlagen. Das Arbeiten von zu Hause aus kann dazu führen, dass Pausen vernachlässigt werden und weit über die reguläre Bürozeit hinaus gearbeitet wird. Trotz Homeoffice sollte mindestens eine halbe Stunde Mittagspause fest eingeplant werden.

#4 Nicht immer ja sagen

Ihre hohe Motivation in allen Ehren, aber Sie müssen nicht ausnahmslos jede Aufgabe übernehmen, nur weil Sie jemand darum bittet. Man darf auch mal Nein sagen. To-do-Listen helfen, den Tag zu strukturieren und sich vor Augen zu führen, was Sie ohnehin schon alles auf dem Zettel haben. So verhindert man, sich zu viel auf einmal aufzuhalsen. Gleichzeitig werden die eigenen Leistungen und Erfolge visualisiert.

#5 Arbeiten trotz Krankheit

Ein klassisches Zeichen für Selbstausbeutung ist das Arbeiten trotz Krankheit. Ihr Körper signalisiert Ihnen deutlich, dass Sie eine Pause brauchen, aber Sie ignorieren es. Das dankt Ihnen weder Ihre Gesundheit noch Ihre Kollegen. Denn niemand möchte gerne angesteckt werden. Wirklich leistungsfähig ist ein angeschlagener Mitarbeiter ohnehin nicht. Also kurieren Sie sich aus, wenn Sie krank sind!