Arbeitsplatz5 Fehler, die zum Schreibtisch-Chaos führen

Chaos auf dem Schreibtischimago images / Thomas Eisenhuth

Die japanische Bestsellerautorin Marie Kondo hat Menschen weltweit das Aufräumen und Wegwerfen gelehrt. Der Methode der Ordnungsberaterin liegen dabei unter anderem folgende Prinzipien zugrunde: Räumen Sie alles auf einmal zügig und perfekt auf, behalten Sie nur, was Sie glücklich macht, weisen Sie den Dingen, die bleiben dürfen, einen festen Platz zu. Inzwischen legte Kondo nach und übertrug zusammen mit dem Organisationspsychologen Scott Sonenshein ihre Grundsätze in dem Buch „Joy at Work: Aufgeräumt und erfolgreich im Arbeitsleben“ auf den Schreibtisch.

Wer mit Kondos Konzept für das private Ausmisten vertraut ist, findet darin nicht unbedingt viel Neues. Und ob ausgedruckte Dienstpläne oder Quittungsstapel für Spesenabrechnungen glücklich machen können, sei mal dahin gestellt. Sinnvoll sind derweil grundsätzlich diese 5 Tipps:

#1 Keine Regelmäßigkeit

Wer wartet, bis er sich rund um seinen Rechner mit Bücher- und Papierstapeln quasi eingemauert hat, kriegt zunehmend schwerer die Kurve, mit dem Aufräumen anzufangen. Besser ist es, regelmäßig durch Papiere und Unterlagen zu blättern – das gilt sowohl physisch für den Schreibtisch als auch digital für das E-Mail-Postfach und zahlreiche Dateiordner. Wenn es Ihnen zu viel ist, jeden Tag kurz vor Feierabend zehn Minuten Zeit in Wegwerfen und Löschen zu investieren, suchen Sie sich einen festen wöchentlichen Termin, an dem Sie dieses erledigen wollen. Tragen Sie diesen auch in Ihren Kalender ein, so dass Sie daran erinnert werden.

#2 Papiere nicht entsorgen

Arbeiten Sie sich von sichtbar zu unsichtbar vor, sprich von den Papierstapeln auf Ihrem Schreibtisch bis zu den x-ten Unterordnern ihres E-Mail-Postfaches. Dabei gilt Mut zur Lücke, insbesondere bei allen physischen Unterlagen. Denn ganz ehrlich: Lässt sich nicht fast alles, was Sie seit Ewigkeiten auf Ihrem Schreibtisch horten, auch online finden – wenn Sie es tatsächlich mal brauchen sollten? Der Fall, dass Sie bereuen, ein Skript in Papierform entsorgt zu haben, kommt in der Praxis kaum vor.

#3 Keine Systematik

Überlegen Sie sich ein für Sie funktionierendes System, wie Sie Sachen, die doch zwingend aufgehoben werden müssen, ablegen wollen. Dazu gehört zunächst die Auswahl, was elektronisch archiviert und was tatsächlich ausgedruckt werden muss. Mögliche Kategorien sind entweder unterschiedliche Themenbereiche oder laufende Projekte oder auch der Dringlichkeitsstatus. Wählen Sie Ihre Kategorien nicht zu kleinteilig, so dass Sie sich durch Ihr Ordnungssystem nicht vor allem selbst verwalten. Unterteilen Sie andererseits aber auch nicht zu großzügig, sonst wird es später schwer, Dinge wiederzufinden. Die wichtigsten To dos sollten ohnehin immer gut sichtbar sein.

#4 Lieber wegschauen

Nicht nur Ihr Wohnzimmer zu Hause, auch Ihr Arbeitsplatz im Büro darf optisch was her machen. Legen Sie sich Hängeregister oder Mappen zu, die nicht nur funktional sind, sondern für Ihren Geschmack gut aussehen. Auch Stifte, Blöcke, Locher und Ähnliches können ein Blickfang auf dem Schreibtisch sein. Gönnen Sie sich regelmäßig frische Blumen neben dem Rechner, und wenn Ihnen so etwas gefällt, auch ein Deko-Objekt. Wenn Sie Ihren Arbeitsplatz aufrichtig schön finden, passiert es ganz von selbst, dass Sie diesen Ort pflegen, anstatt ihn zuzumüllen. Apropos Müll: Um einen aufgeräumten Arbeitsplatz zu haben, gehört immer auch ein Papierkorb dazu.

#5 Zu viele Geräte

Wer regelmäßig von zu Hause aus arbeitet, sollte auch prüfen, ob wirklich alle technischen Geräte auf dem Schreibtisch stehen müssen. Haben Sie schon Ewigkeiten kein Fax mehr versendet oder empfangen? Dann weg mit dem Platzfresser. Oder nutzen Sie Ihren Drucker manchmal mehrere Wochen lang nicht? Dann könnte es sinnvoll sein, das Gerät in einen Schrank oder Regal zu packen und nur bei Bedarf rauszuholen und anzuschließen. Wenn Sie Maus und Tastatur mit Bluetooth nutzen, haben Sie zudem weniger Kabelsalat auf dem Schreibtisch.

 


Kennen Sie schon unseren Newsletter „Die Woche“? Jeden Freitag in ihrem Postfach – wenn Sie wollen. Hier können Sie sich anmelden