Offboarding4 Tipps für einen professionellen Abschied

Auch ein Abschied will gelernt seinIMAGO / agefotostock

Üblicherweise wird dem Onboarding, also dem Einstieg eines neuen Mitarbeiters, deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet als dem Abschied eines Angestellten. Das Prinzip „Aus den Augen aus dem Sinn“ gilt manchmal schon, während der scheidende Mitarbeiter noch an seinem Schreibtisch sitzt. Dabei bewahrheitet sich oft auch der Spruch „Man sieht sich immer zweimal im Leben“. Vorgesetzte und Personalverantwortliche sollten den Ausstieg eines Teammitglieds also nicht vernachlässigen –  das ist besser für das Betriebsklima und verhindert möglicherweise teure Rechtstreitigkeiten.

Das Offboarding beginnt idealerweise mit der Kündigung des Mitarbeiters und endet mit seinem letzten Arbeitstag im Unternehmen. Diese 4 Dinge sollten dabei beachtet werden:

#1 Ehrliches Feedback einholen

Auf die Frage „Warum wollen Sie unser Unternehmen verlassen?“ mag es für die meisten Beschäftigen nicht einfach erscheinen, eine gute Antwort zu geben. Für die Firma ist dieses Wissen indes wichtig, um zu verhindern, dass aus dem gleichen Grund immer mehr oder wieder und wieder Mitarbeiter gehen. Arbeitgeber sollten daher abwägen, ob der Chef oder vielleicht eher jemand aus der Personalabteilung dieses Gespräch führen sollte. In letzterem Fall könnte die Antwort des Mitarbeiters ehrlicher ausfallen. Wurde dem Beschäftigten von Firmenseite gekündigt, ist es dagegen ratsam, dass der Vorgesetzte sich ausreichend Zeit nimmt, die Gründe sachlich und ausführlich zu erläutern.

#2 Aufmerksame Verabschiedung

Hat der scheidende Mitarbeiter nicht Tausende Euro veruntreut und wurde deswegen fristlos entlassen, sollte es immer eine respektvolle Verabschiedung geben. Trennen sich Unternehmen und Angestellter trotz Unstimmigkeiten mehr oder weniger im Guten, sind die Chancen höher, dass der Mitarbeiter später nicht schlecht über seine ehemalige Firma reden wird. Außerdem ist es nicht ungewöhnlich, dass zeitglich zu den letzten Tagen des Beschäftigten schon dessen Nachfolger eingearbeitet wird. Und der soll bei seinem Onboarding schließlich einen guten Eindruck des neuen Arbeitgebers bekommen. Wird ein langjähriger Mitarbeiter in den Ruhestand verabschiedet, ist als Zeichen der Wertschätzung übrigens auch ein größeres Geschenk passend.

#3 Formalien nicht vergessen

Zwar wird sich der Mitarbeiter voraussichtlich selbst von seinen wichtigsten Kunden und Partnern verabschieden und in seinem Abwesenheitsassistenten eine entsprechende Information formulieren. Dennoch sollte auch der Arbeitgeber sich bei den relevantesten Kontakten des Mitarbeiters melden und die damit verbundenen Veränderungen klar kommunizieren. Gibt es eine spezielle Sprachregelung für den Abgang eines Kollegen, sollten alle Teammitglieder darüber informiert sein. Alle technischen Accounts sollten abgemeldet und sämtliche damit verbundene Daten gelöscht werden.

#4 Hilfestellung anbieten

Müssen sich Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen, etwa in Folge der Corona-Pandemie, von einem Mitarbeiter trennen, wird dieser im Idealfall mit der Kündigung nicht völlig allein gelassen. Haben Vorgesetzte gute Kontakte in der Branche, könnten sie diese zur Empfehlung des Mitarbeiters nutzten. Auch ein sehr gutes Zeugnis sollte dann selbstverständlich sein. Lassen Sie den Mitarbeiter insofern mitwirken, dass er eine Liste all seiner Tätigkeiten zusammenstellen kann, damit bei längerer Betriebszugehörigkeit nichts verloren geht. Ist ein Mitarbeiter schon etwas älter und mit Bewerbungsprozessen nicht mehr routiniert, kann auch die Personalabteilung Tipps geben oder Unterlagen prüfen.

 


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