Karriere4 Tipps für die Auszeit vom Büro

Symbolbild: Sabbatical
Symbolbild: Sabbaticaldpa

Ob einfach sehr lange Ferien oder Freiraum für neue Ideen, drei Monate oder gleich ein Jahr: In der Theorie klingt das Sabbatical für die meisten Menschen wohl paradiesisch. Trotzdem bleibt die ausgedehnte Auszeit vom Job die Ausnahme. So verlockend das Konzept, so kompliziert scheint die Umsetzung zu sein. Chefs haben häufig kein Interesse daran, ihren Angestellten die Abwesenheit leicht zu machen. Neben praktischen Hürden schwingt beim Sabbatjahr auch immer die Furcht mit, ersetzbar oder überflüssig zu werden.

Ein Sabbatical erfordert Mut und gute Planung. Dafür belohnt es mit einmaligen Erlebnissen und womöglich einem anschließenden Karriereschub. Diese typischen Fehler gilt es beim Sabbatical zu vermeiden.

#1: Schlecht verkaufen

Was springt für mich dabei raus? Viele Chefs betrachten das Sabbatical als Mini-Kündigung oder ewig lange Krankmeldung, die nur Ärger und Arbeit verursacht. Wer das Sabbatical schlicht als halbjährige Ferien verkauft, tut wenig, um diese Vorurteile abzubauen. Überlegen Sie, wie Ihr Unternehmen konkret von Ihrer Auszeit profitiert. Können vielleicht Kollegen wichtige Aufgaben übernehmen und der Rest lässt sich durch eine günstigere Aushilfe erledigen? Dann spart die Firma Lohnzahlungen. Wägen Sie ab, auf welche Argumente Ihr Chef vermutlich am ehesten anspringt: frische Ideen, Burn-out-Vermeidung, persönliche Zufriedenheit oder doch am ehesten das Einsparpotenzial?

#2: Schlechter Zeitpunkt

Ein Rechtsanspruch auf Sabbaticals besteht nicht. Deshalb ist es nur in Ihrem Interesse, sich in die Lage des Chefs zu versetzen. Denken Sie bei der Planung des Sabbatjahrs wie ein Vorgesetzter. Wann wäre ein idealer Zeitpunkt, an dem quasi nichts gegen Ihre Abwesenheit spricht? Ist die Firma gerade in Schwierigkeiten oder steht ein wichtiges Projekt an, ist der Sabbatical-Antrag von vornherein zum Scheitern verurteilt. Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Großauftrag hingegen könnte sich der perfekte Zeitpunkt bieten. Schauen Sie auch auf die Kollegen: Vielleicht kann die Firma dem Auszubildenden mit einem Teil Ihrer Aufgaben eine gute Einstiegsstelle bieten? Kehrt eine Kollegin aus dem Mutterschutz zurück und möchte erst einmal Teilzeit arbeiten? Wenn Sie Ihren Job auf mehrere Mitarbeiter verteilen, kann das auch Ängsten vorbeugen, nach der Rückkehr durch die Vertretung ersetzt worden zu sein.

#3: Kein Plan

Nein, ein Sabbatical ist kein langer Urlaub. Wer es wie schier endlose Ferien behandelt, kann schnell in finanzielle Probleme geraten. Die Lohnzahlungen ruhen. Zudem müssen sich Angestellte während der Auszeit selbst um Krankenversicherung und Pflegeversicherung kümmern. Hier ist frühzeitig ein Gespräch mit der Krankenkasse ratsam. Halten Sie zudem alle Absprachen mit dem Arbeitgeber schriftlich fest. Bei aller Entspannung will auch das Sabbatical selbst zumindest in den Grundzügen gut geplant sein. Was soll es in erster Linie bringen: Erholung, neue berufliche Ideen, Einblicke in fremde Kulturen, Zeit für ein neues Hobby? Wer ohne Plan ins Sabbatjahr startet, läuft Gefahr, wertvolle Zeit zu verschwenden.

#4: Hoppla-Rückkehr

Auch nach dem Sabbatical gilt: Schlendrian ist nicht. Der erste Arbeitstag nach einem Jahr Auszeit ist ebenso verbindlich wie der erste Arbeitstag nach einem regulären Urlaub. Sie möchten spontan einige Wochen dranhängen? Auch das geht nur nach der verbindlichen Zusage des Arbeitgebers. Es kann sich zudem lohnen, während des Sabbaticals ab und zu – spätestens aber einige Zeit vor der Rückkehr – die allgemeine Lage zu checken. Läuft alles rund, welche Kollegen sind mit Ihren Aufgaben betraut? Auf diese Weise fangen Sie an Tag eins nach dem Sabbatical nicht bei null an und signalisieren dem Chef, dass Sie wieder alles fest im Griff haben.