Kampf dem Äh3 Füllwörter-Fehler bei Präsentationen

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Symbolbild Präsentationdpa

„Ich, äh, habe, äh, einen, äh, Traum“ – beim gesprochenen Wort ist nicht nur der Inhalt entscheidend. Wie gut eine Botschaft angenommen wird oder ob sie überhaupt ankommt, hängt maßgeblich von der Qualität des Vortrags ab. Für den Zuhörer steht unterbewusst schnell fest, ob ein Redner vertrauenswürdig oder doch lieber mit Vorsicht zu genießen ist.

Die US-Datenanalysefirma Quantified Communications hat über 4000 Sprachproben in ihrer Datenbank auf Füllwörter und deren Wirkung auf den Hörer hin untersucht. Dabei schälten sich drei Hauptfaktoren heraus, die Äh und Uhm zu so kontraproduktiv machen, wie CEO Noah ZandanZandan in einem Artikel für die „Harvard Business Review“ schrieb.

#1 Selbstsabotage

Um eine Botschaft effektiv an den Mann zu bringen, braucht es die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums. Füllwörter wirken hier wie Störenfriede oder Zwischenrufe. Sie reißen den Zuhörer aus der spannenden Geschichte heraus oder lenken von den faszinierenden Erkenntnissen ab, die gerade präsentiert werden.

#2 Nicht selbstbewusst genug

Die besten Vorträge wirken wie ein natürliches Gespräch unter Freunden oder Kollegen. Zwar verwenden wir im Alltag bei Unterhaltungen ebenfalls Füllwörter. Sie fallen während einer Präsentation aber sehr viel stärker auf. Was also im entspannten Vier-Augen-Gespräch noch ganz natürlich erscheint, wird bei einem Vortrag plötzlich als Nervosität oder mangelnde Authentizität interpretiert. Deshalb gilt es bei Reden, wirklich jedes Füllwort auf die Goldwaage zu legen.

#3 Zu anstrengend

Gute Vorträge punkten mit klaren Botschaften und logischem Aufbau. Sie machen es den Zuhörern so leicht wie möglich, sich auf das Gesagte zu konzentrieren. Zu viele Ähs erfordern hingegen beim Publikum erhöhten Denkaufwand. Die Füllwörter müssen herausgefiltert und die wirklich wichtigen Punkte identifiziert werden. Das führt laut Zandan schnell dazu, dass sich das Gehirn der Zuhörer unweigerlich lieber leichteren Aufgaben zuwendet – beispielsweise der To-do-Liste für den Rest des Tages.

Fazit: Bei Vorträgen muss neben dem Sein auch der Schein stimmen. Das ist manchmal ungerecht. Blender haben nichts Originelles zu sagen, sind aber gern geborene Selbstdarsteller, während wirklich wichtige Botschaften vielleicht durch Lampenfieber verwässert werden. Umso wichtiger ist es bei Reden und Präsentationen, sich der Äh-Falle bewusst zu sein. Nur so kommt die Botschaft wirklich an.