BewerbungenDrei typische Fehler im Vorstellungsgespräch

Bewerbungsgespräch
Symbolbild: BewerbungsgesprächGetty Images

#1 Zu persönlich werden

Führt Ihre potenzielle Chefin oder der möglicherweise direkte Vorgesetzte das Bewerbungsgespräch? In diesem Fall ist etwas Recherche natürlich angeraten. Welche Positionen vertritt die Person, wie sah ihr eigener Karriereweg aus, wo gibt es womöglich Schnittmengen mit Ihren eigenen Interessen und Perspektiven? All das kann im Bewerbungsgespräch unterstreichen, wie wertvoll Sie für das Unternehmen sein werden. Übertreiben Sie es aber nicht und halten Sie die Informationen rein beruflich.

Sie mögen zwar in sozialen Netzwerken gelesen haben, dass der Interviewer gerade in Frankreich Urlaub gemacht hat und frisch geschieden wurde. Dies während des Gesprächs fallen zu lassen, wirkt allerdings aufdringlich als interessiert. Wer dann noch direkt nach einem (mittelmäßigen) Bewerbungsgespräch dem Gegenüber auf Twitter folgt und auf Facebook oder LinkedIn Kontaktanfragen verschickt, dürfte endgültig als ernsthafter Kandidat ausscheiden.

#2 Sofort nach dem Gehalt fragen

Die Höhe des Lohns und die Zahl der Urlaubstage ist verständlicherweise einer der wichtigsten Faktoren bei der Jobsuche. Beim Bewerbungsgespräch liegt die Betonung aber auf dem ersten Wortteil – und meist ist es eben der Angestellte, der für sich werben soll. Da macht es einfach keinen guten Eindruck, wenn die erste oder zweite Frage des Bewerbers seiner Entlohnung gilt oder er wissen möchte, wie viele Tage pro Jahr er denn nicht zu arbeiten braucht.

Generell sollten Sie sich vor der Bewerbung natürlich so weit wie möglich darüber informieren, welches Gehalt Sie in etwa zu erwarten haben. Da kann auch eine freundliche, informelle Nachfrage in der Personalabteilung nützlich sein. Denn so mancher Chef weiß über die Gehaltsstruktur in seinem Unternehmen gar nicht so gut Bescheid. Grundsätzlich dient das Bewerbungsgespräch zunächst dazu, dass sich beide Seiten das erste Mal persönlich beschnuppern und feststellen können, ob Erwartungen und Interessen sich decken. Ganz am Schluss dürfen Sie aber schon nach dem Gehalt fragen, falls die Gegenseite das nicht von sich aus angesprochen hat.

#3 Dem Interviewer ins Wort fallen

Bei manchen Menschen ist es schlichtweg eine Angewohnheit, das Gegenüber selten einen Satz beenden zu lassen. Oft kann das auch eine besondere Vertrautheit widerspiegeln, weil unter Freunden nicht so sehr auf beste Umgangsformen geachtet werden muss. Im Vorstellungsgespräch ist wiederholtes – oder sogar vereinzeltes – Unterbrechen aber ein absoluter Fauxpas. Bewerber und Interviewer sind meistens Fremde. Da wird jeder Verstoß gegen die Etikette registriert. Dieser hier ganz besonders, denn der Umstand, wer gerade spricht, ist immer auch eine Frage der Machtverhältnisse. Achten Sie mal darauf: Sind Sie ein notorischer Unterbrecher? Dann sollten Sie vor einem wichtigen Bewerbungsgespräch besonders darauf achten, anderen Menschen nicht ins Wort zu fallen – und wenn Ihnen die Replik noch so auf der Zunge brennt.

Extratipp: Zu sehr verkrampfen

Gerne wird in Ratgebern zu Bewerbungsgesprächen dazu aufgefordert, ja die Gesichtszüge komplett zu kontrollieren und bloß jede Antwort extrem gut zu überdenken. Generell sind das natürlich gute Tipps und sie sollten im Hinterkopf behalten werden. Führen die Ratschläge allerdings dazu, dass Sie vor Angst mit eingefrorenem Lächeln dasitzen und auf eine Frage des Interviewers sekundenlange Stille herrscht, ist Ihrem Anliegen ebenfalls nicht geholfen. Bedenken Sie: Das Gegenüber möchte sich neben Ihren professionellen Fähigkeiten auch einen Eindruck von Ihrer Persönlichkeit verschaffen. Natürlich sollten Sie ein möglichst gutes Bild Ihrer selbst abgeben und nicht halb liegend im Stuhl hängen, nur weil Sie das sonst auch so machen. Wer sich aber während des Vorstellungsgesprächs komplett verstellt, tut sich selbst und dem potenziellen Arbeitgeber keinen Gefallen.