Management10 Regeln für den Business-Knigge

Gutes Benehmen ist gut fürs Business
Gutes Benehmen ist gut fürs BusinessGetty Images

Wer will sich schon blamieren? Gute Manieren sind im Geschäftsleben unabkömmlich. Das weiß keiner besser als Alexander Freiherr von Fircks. Der Diplom-Volkswirt ist als Protokoll- und Etikettetrainer tätig. Er leitet die Protokollakademie in Hannover und war zehn Jahre lang Protokollchef der Bundesregierung. Er ist Gründungsmitglied des Deutschen Knigge-Rates: Der ehrenamtliche Expertenrat beschäftigt sich mit zeitgemäßen Umgangsformen. Zehn Tipps des Experten für korrektes Benehmen im Berufsalltag.

1. Die Vorstellung

Sie treffen Ihren Chef mit einem Kunden. Wie stellen Sie sich vor?

Im Geschäftsleben entscheidet die Hierarchie. Der Rangniedere wird immer dem Ranghöheren vorgestellt. Weil der Chef beide Personen kennt, sollte er sie einander vorstellen. Im privaten Umfeld gelten andere Regem: Die Dame wird dem Herrn, der Jüngere dem Älteren vorgestellt. Wenn Sie sich den Namen Ihres Gegenübers nicht auf Anhieb merken konnten, ist das kein Drama. Fragen Sie höflich nach, ohne sich lange zu entschuldigen. Damit signalisieren Sie Interesse an der Person, ohne sie zu düpieren.

Beim Begrüßen sollten Sie allen beteiligten Personen die Hand reichen – zumindest in Mitteleuropa. Die Nordeuropäer sind häufig etwas distanzierter. Bei allem galanten Eifer: Der Handkuss wirkt heute antiquiert. Er gehört sich nur noch bei größeren gesellschaftlichen Anlässen, wie bei Bällen oder festlichen Abendessen.

2. Der Vortritt

Sie warten mit einem Kunden auf den Fahrstuhl. Wer betritt zuerst die Kabine?

Sie sollten dem Kunden beim Betreten und Verlassen des Fahrstuhls stets den Vortritt lassen. Wenn bereits ein Mitarbeiter im Fahrstuhl steht, grüßen Sie ihn mit einem Kopfnicken und einem kurzen „Hallo“. Dann widmen Sie sich wieder Ihrem Kunden. Scheuen Sie sich nicht, ein Gespräch mit ihm zu beginnen, um die Zeit zu überbrücken – sonst entsteht unangenehmes Schweigen.

3. Der Vortrag

Eine wichtige Präsentation steht an. Sie sind für das Projekt verantwortlich. Während des Vertrags juckt Ihnen der Kopf. Was tun?

Nichts! Kratzen ist verpönt. Redner und Vortragende müssen lernen, sich auch in solch unangenehmen Situationen zu beherrschen. Fuchteln Sie während Ihres Vortrags auch nicht wild mit den Händen herum – das wirkt hektisch. Und versenken Sie sie keinesfalls in den Hosentaschen! Eine einfache Regel lautet: Bewegen Sie Ihre Hände nicht unterhalb der Gürtellinie und nicht oberhalb von Brusthöhe. Die Handflächen sollten bei Ihren Gesten nach oben gerichtet sein. So unterstreichen Sie den Inhalt Ihrer Worte, ohne aggressiv oder unseriös zu wirken. Wenn Sie dem Vortragenden nur zuhören, achten Sie darauf, dass Sie gerade in Ihrem Stuhl sitzen. Ihre Hände sollten immer auf dem Tisch liegen, sonst erwecken Sie schnell den Eindruck, heimlich SMS zu schreiben.

4. Die Erkältung

Sie sind verschnupft, aber im Büro unabkömmlich. Wie schnäuzen Sie sich am elegantesten vor Ihren Kollegen?

Auf keinen Fall in die „Windrichtung“ Ihrer Kollegen! Greifen Sie bei Erkältungen stets zu Papiertaschentüchern. Wenden Sie sich beim Schnäuzen von Ihren Kollegen ab und beugen Sie sich seitwärts leicht nach unten, wenn Sie sich die Nase putzen müssen. Für unerwartete Niesattacken sollten Sie sich entschuldigen – und anschließend mit einem Taschentuch nachputzen. Nehmen Sie es Ihren Kollegen nicht übel, wenn sie Ihnen einmal nicht „Gesundheit“ wünschen. Daran scheiden sich nämlich die Geister. Die einen finden es unangemessen, weil „Gesundheit“ wünschen voraussetzt, dass man krank sei. Wer wirklich krank ist, der wiederum findet gerade das ausgesprochen höflich.

5. Das Geschäftsessen

Sie haben einen Kunden zum Geschäftsessen eingeladen. Worauf müssen Sie achten?

In diesem Fall hat einmal nicht der Kunde Vortritt. Der Gastgeber geht voraus und hält dem Kunden die Tür auf. Dann gehen Sie voran ins Restaurant, fragen nach dem Tisch und bitten Ihren Gast, sich zu setzen. Den Stuhl müssen Sie heute nicht mehr unter seinen Allerwertesten schieben. Achten Sie lieber darauf, dass Sie zuerst für Ihren Gast und dann für sich selbst bestellen. Für den kurzen Gang zur Toilette können Sie sich mit den Worten „Sorry, ich möchte mich kurz frisch machen“ entschuldigen. Das Begleichen der Gesamtrechnung sollten Sie diskret handhaben – und auf keinen Fall vor den Augen Ihres Gastes. Wenn Sie gehen, beachten Sie: Gesunde Männer helfen sich nicht gegenseitig in den Mantel. Eine Frau sollten Sie höflich fragen, ob sie etwas dagegen hat, wenn Sie ihr helfen – bevor Sie sich eine Abfuhr einholen.