Lagebericht-PodcastWorauf Sie beim Besichtigungstermin achten müssen

Augen auf, Ohren auf, Nase auf, bei der Besichtigung des neuen Zuhauses sollten Käufer und Mieter besonders aufmerksam sein
Augen auf, Ohren auf, Nase auf – bei der Besichtigung des neuen Zuhauses sollten Käufer und Mieter besonders aufmerksam seinIMAGO / Westend61

Auf der Suche nach einem neuen Zuhause führt kaum ein Weg an den Immobilienportalen vorbei, auf denen heutzutage die meisten Verkäufer und Vermieter inserieren. Der Vorteil der Plattformen: Man kann sich schnell einen Überblick über das verfügbare Angebot verschaffen und dank Fotos und Datenblättern einen ersten Eindruck vom jeweiligen Objekt gewinnen.

Eine persönliche Besichtigung kann aber auch die gründlichste Internetrecherche nicht ersetzen. Denn manchmal weichen Fotos und Beschreibungen deutlich vom Realzustand ab. Katarina Ivankovic und Peter Hettenbach, Geschäftsführer des iib-Instituts, widmen die neue Folge des „Lagebericht“ deshalb dem Besichtigungstermin und erläutern, worauf es bei der Besichtigung ankommt, woran Käufer und Mieter denken müssen und wie sich später böse Überraschungen vermeiden lassen. Eine Gesamtübersicht über alle wichtigen Tipps bietet das iib-Institut in einer Checkliste zum Download.

Zwar seien Verkäufer und Makler dazu verpflichtet auf Mängel bei einer Immobilie hinzuweisen, sagt Ivankovic. „Die darf man also nicht einfach überstreichen.“ Allerdings könne es gerade bei Privatverkäufen sein, dass sich Verkäufer über die Mängel nicht bewusst sind. „Der Verkäufer ist nicht unbedingt immer ein Fachmann“, ergänzt auch Hettenbach. „Ein Makler ist allerdings fachkompetent.“ Er plädiere deshalb beim Hauskauf für den Einsatz eines Maklers.

Die Besichtigung fängt schon auf dem Hinweg an

Der erste Eindruck werde außerdem nicht immer nur über das Haus oder die Wohnung vermittelt. „Die Besichtigung fängt schon mit dem Standort und dem Viertel an“, sagt Hettenbach. Denn bei der Lage spiele neben der Anbindung an Supermärkte, Versorgungseinrichtungen und öffentliche Verkehrsmittel auch die alltägliche Geräuschkulisse eine Rolle. „In Mannheim gibt es zum Beispiel eine Schokoladenfabrik und die riecht morgens wunderbar nach Kakao. Und jeder, der in dem Stadtteil wohnt, kennt das“, erzählt Hettenbach. „Wer da noch nie war, kennt das nicht. Und wen das stört, für den ist das ein Problem.“

Auch die Tageszeit der Besichtigung könne einen Unterschied machen, etwa wenn es um Verkehrslärm geht. Am Sonntagnachmittag sei es beispielsweise deutlich ruhiger als an einem Dienstagmorgen, sagt Hettenbach. Um so etwas zu überprüfen brauche man auch keinen Termin mit dem Makler vereinbaren, ergänzt Ivankovic. Gleiches gelte auch für die Stärke der Internetverbindung, die sich bereits über die Adresse bei verschiedenen Anbietern ermitteln lassen. „Auch da kann man wirklich viel Recherche selbst machen, ohne dass man auf irgendjemandes Hilfe angewiesen ist“, so Ivankovic.

In der Immobilie sollten potentielle Käufer oder Mieter dann genau hinschauen und mittels eigenem Equipment alles dokumentieren. Dazu gehöre ein Smartphone oder eine richtige Kamera, um Mängel zu dokumentieren und selbst noch einmal Bilder zu machen, rät Ivankovic. „Exposés enthalten in der Regel keine 100 Bilder, sondern sind eher limitert“, häufig überwögen daher die schöneren Impressionen. Um den Grundriss zu überprüfen, sei außerdem ein Zollstock oder ein Laser-Entfernungsmesser hilfreich. Außerdem seien Zettel und Stift unverzichtbar. „Gedanken, Bedenken, Fragen, die bei der Besichtigung kommen, müssen direkt niedergeschrieben werden – sonst sind die bis zum Ende weg“, rät Ivankovic.

Welche weiteren Tipps Käufer und Mieter bei der Besichtigung beherzigen sollten, zeigt der „Lagebericht“.

In der 21. Folge des „Lageberichts“ erfahren Sie außerdem…

  • warum man sich bei der Besichtigung unbedingt begleiten lassen sollte, aber nicht von einem Familienmitglied,
  • welche Unterlagen und Daten zum Exposé gehören,
  • warum man den Keller bei der Besichtigung nicht aussparen sollte.