ImmobilienWie Sie beim Hauskauf bares Geld sparen

Ein junges Pärchen sitzt in einer Wohnung im Wohnzimmer und bespricht die Konstruktionsplaene des zukünftigen Hauses
Symbolbild Hauskaufdpa

Steigende Immobilienpreise machen angehenden Hauskäufern das Leben schwer. Allein im vergangenen Jahr sind die Preise für Häuser und Wohnungen bundesweit um knapp neun Prozent in die Höhe geklettert, zeigt der „Wohnatlas 2020“ der Postbank. Damit haben sie das Plus des Vorjahrs sogar noch übertroffen. Die Löhne hinken den Kaufpreisen schon lange hinterher. Während die Immobilienpreise in den vergangenen 15 Jahren um rund 50 Prozent gestiegen sind, nahm der durchschnittliche Nettolohn laut Daten des Statistischen Bundesamts in diesem Zeitraum nur um rund 33 Prozent zu. Umso wichtiger ist es, die vielleicht größte Investition im Leben gut zu planen. Vier Tipps, wie Eigentümer in spe rund um den Hauskauf bares Geld sparen.

#1 Statt Makler: selbst aktiv werden

Ein Makler kann einem viel Arbeit abnehmen, ist aber auch teuer. Je nach Bundesland schwankt seine Provision zwischen 4,76 und 7,14 Prozent des Kaufpreises. In Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen und Brandenburg ist es gängige Praxis, dass Käufer die Provision komplett zahlen, in anderen Bundesländern wird sie meist zwischen Käufer und Verkäufer geteilt. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro kommen so bis zu 21.420 Euro zusammen. Viel Geld, das Käufer sparen könnten, die selbst aktiv werden. Doch eines muss klar sein: Ein Hauskauf in Eigenregie ist ein anspruchsvolles Projekt. Käufer sollten den Wert des Wunschobjektes immer von einem Profi beurteilen lassen – die Kosten dafür liegen meist zwischen 500 und 1000 Euro. Andernfalls besteht die Gefahr, einen Mangel zu übersehen. Und das kann dann richtig teuer werden, denn oft gilt: gekauft wie gesehen. Käufer haben nach Vertragsabschluss kaum Möglichkeiten, Mängel auf Kosten des Verkäufers ausbessern zu lassen.

#2 Wohn-Riester beantragen

Immobilienkäufer können sich bei ihrem Hauskauf staatlich unterstützen lassen. Je nach Familienstand, Kinderzahl und Einkommen erhalten sie bis zu 2100 Euro pro Jahr über die Wohn-Riester-Förderung. Mit den Zulagen können sie dann zum Beispiel Darlehensverträge schneller tilgen. Das senkt die Zinslast. Einen Teil der Förderung holt sich der Fiskus allerdings zurück: Alle Riester-Sparer müssen ihre Bezüge nachgelagert versteuern, das gilt auch für Empfänger von Wohn-Riester-Zulagen. Das heißt, dass Sparer mit dem Renteneintritt auf die bis dahin erhaltenen Leistungen Steuern zahlen müssen.

Da Wohn-Riester-Sparer keine Rente im klassischen Sinne erhalten, bucht das Finanzamt alle Zulagen auf ein fiktives Konto und verzinst sie mit zwei Prozent jährlich. Mit dem Renteneintritt müssen Wohn-Riester-Sparer den gesamten Betrag versteuern. Dabei können sie wählen, ob sie die gesamte Steuerschuld auf einmal tilgen oder sie bis zum 85. Lebensjahr über eine jährliche Rate abzahlen. Riester-Produkte sind kompliziert und nur schwer mit anderen Darlehen vergleichbar. Käufer sollten sich deshalb gründlich informieren und verschiedene Angebote einholen. Berater der Bausparkassen können ebenfalls helfen.

#3 Grunderwerbssteuer minimieren

Die Grunderwerbssteuer ist eine Ländersteuer und fällt bei jedem Immobilienkauf an – allerdings ist die Belastung nicht überall gleich. In Bayern beträgt sie zum Beispiel 3,5 Prozent, in Baden-Württemberg fünf Prozent. Im Vergleich zum Freistaat müssen Hauskäufer im Ländle bei einer 300.000-Euro-Immobilie also mit einer Mehrbelastung von 4500 Euro rechnen. Für Sparfüchse, die nah an einer Landesgrenze wohnen, gilt deshalb: Augen auf bei der Standortwahl. Es kann sich zudem auszahlen, bei der Vertragsgestaltung kreativ zu werden. So lohnt es sich bei Neubauten, zwei Verträge zu machen – einen für das Grundstück und einen für das Haus. Der neue Eigentümer muss nämlich nur für das Grundstück die Grunderwerbsteuer zahlen. Auch bei Altbauten lässt sich sparen: Der Käufer kann vertraglich vereinbaren, dass Einrichtung, die er übernimmt, wie zum Beispiel Küche, Kamin oder Schrank, nicht zum Kaufpreis zählt. Das senkt die Bemessungsgrundlage und minimiert die Steuerlast.

#4 Sonderposten beim Hauskauf beachten

Manche Käufer verlieben sich in Häuser, die unter Denkmalschutz stehen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn wer neue Fenster oder Türen einsetzen will oder die Fassade renovieren lassen möchte, muss erst den Denkmalschützer der Gemeinde fragen. Im Gegenzug gibt es viele Fördermittel für Hausbesitzer, die ihr denkmalgeschütztes Gebäude sanieren möchten. Erste Anlaufstelle ist auch in diesem Fall die Denkmalschutzbehörde. Bei der Förderbank KfW bekommt man ebenfalls günstige Kredite für die Sanierung. Käufer können die Kosten für die Sanierung zudem von der Steuer absetzen, wenn sie die Immobilie selbst nutzen. Mehr als zehn Jahre lang dürfen sie neun Prozent dieser Kosten steuerlich geltend machen. Das lohnt sich vor allem für Besserverdiener.

 


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