PodcastWie lässt sich Gentrifizierung vermeiden?

Mieterprotest gegen den Verkauf ihres MietshausesIMAGO / Peter Homann

Schon seit Jahren ist die Wohnsituation in deutschen Großstädten ein wichtiges Thema auf der politischen Agenda. Ein Stichwort, das dabei zwangsläufig fällt: Gentrifizierung. Aber was genau bedeutet das eigentlich? Und wie kommt es dazu? Welche Probleme gehen damit einher und was kann gegen sie getan werden? Darüber sprechen die iib-Geschäftsführer Katarina Ivankovic und Peter Hettenbach im Immobilien-Podcast von Capital. 

Berlin-Kreuzberg, Köln-Ehrenfeld, das Schanzenviertel in Hamburg, das Bahnhofsviertel in Frankfurt oder Mannheim-Jungbusch – in vielen Großstädten lassen sich Beispiele für das Phänomen Gentrifizierung finden. Am Anfang steht ein einkommens- und sozialschwacher Stadtteil. Die niedrigen Mieten locken Studenten und Künstler an, wodurch die Gegend aufgewertet wird. Investoren werden schließlich auf die Viertel aufmerksam, die Immobilienpreise steigen – und die Einkommensschwachen können sich das Leben dort nicht mehr leisten. 

Die Investoren sind nicht das Problem

„Muss ja nicht unbedingt schlecht sein, wenn so eine Entwicklung eingeleitet wird”, sagt der iib-Geschäftsführer Peter Hettenbach mit Blick auf den Zustand mancher Immobilien vor der Gentrifizierung. Das Problem sei nicht, dass der Stadtteil durch Investoren aufgewertet werde, sondern, dass die Einkommensschwächeren verdrängt würden, weil der bezahlbare Wohnraum schrumpfe und sie dadurch in andere Stadtteilen ziehen müssten. „Gentrifizierung begünstigt Ghettoisierung“, sagt Katarina Ivankovic. Und Peter Hettenbach gibt ihr Recht: „Es entsteht sozialer Sprengstoff. Das schadet auch den Reichen. Monokulturen sind auf beiden Seiten doof.“ 

Was kann dagegen unternommen werden? „Wenn man es wirtschaftlichen Kräften überlässt, wenn man es rein so wachsen lässt, wie es einfach kommt, dann führt das automatisch zum Problem“, sagt der iib-Geschäftsführer. Es müssen Maßnahmen getroffen werden, die es den Einkommensschwächeren ermöglichten ihr Zuhause zu behalten, auch wenn das Viertel aufgewertet wird.  

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