Lagebericht-PodcastWas Sie beim Teilverkauf von Immobilien beachten müssen

Gerade zum Lebensende und ohne Erben kann der Teilverkauf des Eigenheims lukrativ erscheinen
Gerade zum Lebensende und ohne Erben kann der Teilverkauf des Eigenheims lukrativ erscheinenIMAGO / CHROMORANGE

Der Traum vom Eigenheim beschäftigt vor allem viele junge Menschen und Familien. Für viele Ältere ist er dagegen längst Realität. Mehr als die Hälfte der Deutschen über 65 besitzt eine Immobilie und hat den Hauskredit schon vor Jahrzehnten abbezahlt. Allerdings konnte nicht jeder nebenbei finanzielle Reserven fürs Alter aufbauen. Das macht sich nach dem Renteneintritt bemerkbar: Reisen oder andere teurere Anschaffungen bleiben ihnen oft verwehrt.

Einen Teil der Immobilie zu verkaufen oder eine umgekehrte Hypothek, bei der man das Geld in Form von Ratenzahlungen erhält, klingt da nach einem praktischen Weg, um die eigenen Finanzen aufzubessern. Aber lohnen diese Angebote wirklich? Dieser Frage gehen Katarina Ivankovic und Peter Hettenbach, aus der Geschäftsführung des iib Instituts, in der neuen Folge des „Lageberichts“ nach.

Der Unterschied zwischen dem Teilverkauf und der umgekehrten Hypotheke – oder auch Leibrente – sei die Zahlungsweise, erklärt Ivankovic. Bei ersterer erhalte man sofort eine feste Summe, bei letzterer fließe das Geld in Raten, in vielen Fällen bleibe der Eigentümer aber in seiner Immobilie wohnen. „Das ist übrigens meist kein privates Geschäft“, merkt sie an. „Das sind meist professionelle Käufer, die das dann übernehmen.“ Gerade wenn man die Immobilie nicht vererben könne oder wolle, könne sich das Modell im hohen Alter lohnen, sagt Hettenbach. „Wenn ich das schon weiß, kann ich das Haus gleich verkaufen“, sagt er. „Und billiger drin wohnen bleiben“, ergänzt Ivankovic.

Geld leihen „beim Zukunfts-Ich“

Die Beispielrechnung der beiden zeigt allerdings: Der Teilverkauf hat seine Tücken. Bei einer Immobilie von 500.000 Euro wert, könnten bei einem Teilverkauf von 20 Prozent 100.000 Euro zur Verfügung stehen. Der Verkäufer bleibe zwar weiter in der Immobilie wohnen, der Käufer werde damit aber zum Miteigentümer. „Das heißt, da wird – Achtung, keine Miete, sondern – eine Nutzungsgebühr fällig“, sagt Ivankovic. Im Beispiel liegt dieses Entgelt bei 250 Euro im Monat.

Mit dem Teilverkauf werde auch eine Laufzeit vereinbart, nach der die Immobilie entweder verkauft oder das bestehende Modell verlängert werde. Bei einem Zeitraum von 20 Jahren würde das Nutzungsgeld letztlich 60.000 Euro ausmachen. 60 Prozent des Erlöses aus dem Teilverkauf, „hat man sich quasi von seinem Zukunfts-Ich geliehen“, sagt Ivankovic.

Werde die Immobilie nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit verkauft, falle außerdem häufig ein Bearbeitungsentgelt für die Abwicklung des Kaufs an. Diese liege bei durchschnittlich 5,5 Prozent des Verkaufswerts, so Ivankovic. „Das sind etwa 40.000 Euro“, rechnet sie vor. „Wir haben jetzt also schon 100.000 Euro, die das zukünftige Ich bezahlen muss.“

Die beiden empfehlen eine ausgiebige Beratung, bevor man sich zu einem solchen Schritt entschließt. „Da sind sehr, sehr viele Hebel drin, die wahnsinnig teuer sein könnten“, sagt Ivankovic.

Hören Sie außerdem in der 14. Folge des „Lageberichts“,

  • wie die Kosten für Renovierung und Sanierung nach dem Teilverkauf geregelt werden,
  • was man auf der Suche nach einem geeigneten Anbieter beachten sollte,
  • was es bei den Vertragsaustrittskonditionen zu beachten gilt.