PodcastWas es vor dem Immobilienkauf zu beachten gilt

Zu verkaufen: Nicht immer ist die Traumimmobilie auch zu bezahlenIMAGO / Jochen Tack

Das Interesse an Immobilien ist ungebrochen. Die steigenden Preise machen es potentiellen Hauskäufern aber immer schwerer, das richtige Wohnobjekt zu finden. Bevor es auf den Immobilienmarkt gehen kann, müssen zudem einige wichtige Kriterien erfüllt sein, mahnen Katarina Ivankovic und Peter Hettenbach, Geschäftsleiter des iib-Instituts, im Immobilienpodcast „Lagebericht“. In der zehnten Folge des „Lageberichts“ stellen sie deshalb eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten für den Immobilienkauf vor.

Der erste und wichtigste Faktor dabei sei das eigene Budget. Hettenbach schätzt, dass man für den Hauskauf unter Normalbedingungen durchaus für 20 bis 25 Jahre auf teure Urlaubsreisen und kostspielige Anschaffungen verzichten müsse. „Ein bisschen Gespartes und eine gute Schufa-Auskunft hilft“, fügt er hinzu. Neben dem eigenen Startkapital, das man beim Hauskauf einsetze, sei maßgeblich der Hauskredit entscheidend. Dort liege die finanzielle Belastung bei etwa 30 Prozent des Netto-Einkommens, sagt Hettenbach.

Deshalb, so Ivankovic, müsse einer der ersten Schritte für potentielle Hauskäufer der Weg zum Bankberater sein. Dort könne man zeigen, „was man an Geld hat und sich bescheinigen lassen, wie viel die Bank einem leihen würde“. Diese vorläufige Finanzierungszusage sei hilfreich, sobald man die Traumimmobilie gefunden habe, so Hettenbach. „Wenn das Angebot knapp ist, muss man schnell zugreifen“, sagt er. „Das Thema Geld ist der erste Schritt dazu.“

Bei der Suche nach der richtigen Immobilie müssten sich potentielle Käufer bewusst machen, dass die Nachfrage das Angebot übersteige, sagt Ivankovic zur Lage auf dem Immobilienmarkt. „Man überbietet sich also eher gegenseitig, als dass der Verkäufer im Preis runtergeht.“ Viele Makler und Verkäufer würden deshalb möglichst schnell die unseriösen Interessenten aussortieren. Es sei daher wichtig, sich als ernsthafte Interessenten zu zeigen und nicht als „Schaufensterkäufer“, rät Ivankovic. „Sonst wird man sehr schnell aus der Interessentenliste gestrichen.“

Auf die Wirtschaftlichkeit achten

Bevor der Startschuss für den Immobilienkauf fällt, sollten sich Hauskäufer außerdem entscheiden, ob sie selbst in der gekauften Immobilie wohnen wollten oder ob das Objekt  vermietet werden solle. Für beide Fälle gebe es unterschiedliche Herangehensweisen, sagt Hettenbach. Bei der Eigennutzung gingen Käufer meist wesentlich emotionaler vor. Für eine Immobilie als Kapitalanlage spiele die Nachbarschaft und das Umfeld dagegen eine geringere Rolle.

In beiden Fällen sollten Käufer aber darauf achten, dass die Wirtschaftlichkeit des Objekts gegeben ist, rät Hettenbach. „Aber mir ist wichtig, dass es nicht nur am Preis liegt“, sagt er. Vielmehr gehe es um das Verhältnis zwischen dem Kaufpreis und möglichen Einnahmen. Ivankovic rechnet das an einem Beispiel von zwei Wohnungen von 400.000 Euro und 300.000 Euro vor. Während erstere einen Mietpreis von 10 Euro pro Quadratmeter erlaube, liege der Mietpreis bei letzterer bei 5 Euro pro Quadratmeter. „Damit ist die Wohnung für 400.000 Euro aus der Renditebetrachtung das schlauere Investment, obwohl sie teurer ist“, sagt Ivankovic. „Natürlich ist die Finanzierungsgrenze der Bank dabei immer der Deckel.“

Hören Sie außerdem in der zehnten Folge des „Lageberichts“,

  • wie sich die Rendite einer Immobilie berechnen lässt,
  • auf welchen Plattformen Sie gute Immobilien finden,
  • welche Standorte beim Immobilienkauf besonders attraktiv sind.

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