Lagebericht-PodcastWarum die Fusion von Vonovia und Deutsche Wohnen kein „Marktbeben“ auslöst

Vor allem auf dem Berliner Wohnungsmarkt spielen die Vonovia und Deutsche Wohnen eine besondere Rolle
Vor allem auf dem Berliner Wohnungsmarkt spielen die Vonovia und Deutsche Wohnen eine besondere RolleIMAGO / Bildgehege

Mit der geplanten Fusion von Vonovia und Deutsche Wohnen werden die beiden größten deutschen Wohnungsunternehmen zu Europas größtem Immobilienkonzern. Für Berlins Wohnungsmarkt, wo die Mieten in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen sind, hätte der Zusammenschluss spürbare Auswirkungen: Vonovia besitzt hier momentan 40.000 Wohnungen, Deutsche Wohnen 115.000. Damit wäre der Konzern, der nach dem Deal „Vonovia SE“ heißen soll, der größte private Wohnungsvermieter.

Peter Hettenbach und Katarina Invankovic nehmen die Fusionspläne zum Anlass, sich den Einfluss der beiden Unternehmen auf den Berliner Wohnungsmarkt einmal genauer anzusehen. „Das große Marktbeben – weder in die eine noch in die andere Richtung – ist erst mal nicht zu sehen“, bilanziert Invankovic. Denn auch mit dem gemeinsamen Wohnungsbestand gehören gehören nur rund sieben Prozent der insgesamt zwei Millionen Wohnungen in Berlin Vonovia und Deutsche Wohnen. „Von einem Monopol kann man da definitiv nicht sprechen“, so Ivankovic.

Megafusion als „große Möglichkeit“ für sozialen Wohnungsbau

Das Angebot, 20.000 Wohnungen aus dem Bestand der Deutschen Wohnen an die städtischen Wohnungsgesellschaften zu verkaufen, werde die Wohnungspolitik des Senats den Rücken stärken, sagt Invankovic. Bislang seien rund 360.000 Wohnungen in kommunaler Hand. „Das wären 20 Prozent des Marktes, was schon mal sehr signifikant ist“, ergänzt sie. Damit könne Berlin auch beim Thema Mietspiegel künftig aktiv mitreden.

Hettenbach ergänzt, dass dieser Zuwachs der Stadt gerade beim sozialen Wohnungsbau mehr Spielraum geben könnte. Grundsätzlich benötige eine Stadt etwa ein Zehntel aller Wohnungen an Sozialwohnungen. Zum Vergleich: Ende 2021 könnte es in Berlin rund 97.000 Sozialwohnungen geben – das entspricht rund fünf Prozent aller Wohnungen. Nehme Berlin das Angebot an, hätte die Stadt eine „ganz große Möglichkeit da relativ leicht Lücken zu schließen.“

Hören Sie außerdem in der achten Folge des „Lageberichts“,

  • was Blackrock mit der Vonovia und der Deutschen Wohnung zu tun hat,
  • welche Vorteil professionelle Wohnungsgeber gegenüber privaten Anbietern haben,
  • was von weiteren Plänen von Vonovia und Deutsche Wohnen zu halten ist.

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