ImmobilienSo werden Mieter zu Klimaschützern

Miethäuser in DüsseldorfIMAGO / Michael Gstettenbauer

Nicht jeder Mensch mit grüner Seele kann sich ein eigenes Plusenergiehaus mit Ladesäule vor der Garage leisten. Auch Mieter können aber nachhaltig wohnen. Mit einigen einfachen Schritten lässt sich die Umweltbilanz des eigenen Haushalts deutlich verbessern. Dafür müssen Mieter nicht einmal tief in die Tasche greifen.

Tipp 1: Zu Ökostrom wechseln

Das sich ein Stromanbietervergleich aus preislicher Sicht lohnt, ist den meisten Mietern klar. Aber dass sie mit der Wahl des Tarifs auch etwas fürs Klima tun können, haben nicht alle Verbraucher auf dem Schirm. Entscheidend für die Klimabilanz von Strom ist, wie dieser entsteht: Kommt er vollständig, zum Teil oder überhaupt nicht aus erneuerbaren Energien? Eine gute Nachricht für Umweltbewusste: Die Zahl der Ökostrom-Angebote ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, im Schnitt ist Ökostrom zudem nicht einmal teurer als konventioneller Strom. Bei der Auswahl eines Anbieters können sich Verbraucher an Gütesiegeln und Empfehlungen von Umweltorganisationen orientieren. Preise sollte man im zweiten Schritt trotzdem noch vergleichen. Auch Kündigungsfristen, Zahlungsmodalitäten und Preisgarantien unterscheiden sich je nach Angebot.

Tipp 2: Verantwortungsbewusst verbrauchen

Ein hoher Verbrauch an Strom, Gas und Wasser belastet nicht nur das Konto, sondern auch die Umwelt. Wer Strom und Wasser spart und effizient heizt, tut beidem etwas Gutes. Wird etwa die Heizung zu Herbstbeginn nicht entlüftet, muss man mehr heizen, um den Raum auf eine angenehme Temperatur zu bringen. Um Strom zu sparen, sollte man Geräte, die man nicht regelmäßig nutzt, ausstecken. Ist das Netzteil eines Geräts warm, verbraucht es weiterhin Strom. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen rät außerdem, zu prüfen, welches Gerät wie viel Strom frisst. „Mit dem Austausch von alten Elektrogräten gegen energieeffiziente Modelle können Sie am meisten Strom einsparen“, heißt es dort. Um den Stromverbrauch eines Haushaltsgeräts zu messen, kann man die nötigen Instrumente gratis in einer Beratungsstelle der Verbraucherzentralen ausleihen. Die gemessenen Werte kann man dann im Internet mit den Werten neuerer Geräte vergleichen.

Wer seinen Wasserverbrauch senken will, sollte zunächst sein Verhalten auf den Prüfstand stellen. Wie lange dauert die morgendliche Dusche? Muss das Wasser beim Zähneputzen weiterlaufen? Daneben hilft auch hier, Geräte auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, etwa Wasch- und Spülmaschinen. Mittlerweile gibt es sogar wassersparende Duschköpfe.

Tipp 3: Müll trennen und vermeiden

Müll richtig zu trennen ist wichtig, um das Recycling von Stoffen wie Papier und Restabfall zu ermöglichen. Wem das zu wenig ist, der kann einen Schritt weiter gehen und versuchen, von vornherein möglichst wenig bis gar keinen Müll zu produzieren. In den vergangenen Jahren ist die „Zero Waste“-Bewegung immer populärer geworden. Deren oberste Gebot: Plastik vermeiden. Es gibt eine Reihe von Ersatzprodukten für Gegenstände, die in der Regel aus Plastik gefertigt sind, etwa Spülbürsten aus Holz, Zahnbürsten aus Bambus und Rasierer aus Metall. In vielen Städten gibt es mittlerweile zudem sogenannte Unverpackt-Läden, in denen man Lebensmittel in mitgebrachte Behälter umfüllen kann. Dadurch lässt sich viel Verpackungsmüll vermeiden.

Wer noch mehr für die Umwelt tun will, kann seine Bioabfälle kompostieren. Das geht auch ohne Garten, ist allerdings etwas aufwändig: Entweder man friert die Abfälle ein und bringt sie gesammelt zur nächsten Kompostierungsanlage. Oder man investiert in eine Wurmkiste für die Wohnung. Die Würmer, die darin leben, fressen Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, losen Tee, Eierschalen und weiche Pflanzenreste und scheiden sie als nährstoffreichen Pflanzendünger wieder aus.

Tipp 4: Reinemachen ohne Gift

Auch bei der Wahl der Putzmittel kann man sich für eine grüne Variante entscheiden. Reinigungsmittel ohne giftige Chemikalien und Mikroplastik sind nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit – Stichwort giftige Dämpfe. Neben Hausmitteln wie Backpulver, Zitronensaft und Essig gibt es biologisch abbaubare Produkte. Einer der bekanntesten grünen Putzmittel-Anbieter ist die Firma Frosch. Viele Produzenten von Öko-Reinigungsmitteln achten auch bei der Verpackung auf Wiederverwendbarkeit und vermeiden den Einsatz von Plastik.

Tipp 5: Gut eingerichtet

Eine sorgfältige Wahl der Einrichtungsgegenstände kann die Umweltbilanz der Wohnung verbessern. So lohnt es sich etwa, in hochwertige Produkte zu investieren, die viele Jahre halten und nicht bereits nach kurzer Zeit ersetzt werden müssen. Material aus heimischen Bäumen wie Eiche oder Zirbe ist dabei nachhaltiger als Holz aus fernen Wäldern. Ein guter Anhaltspunkt für die Nachhaltigkeit eines Möbelstücks ist das FSC-Siegel.

 


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