ImmobilienSo holen Sie das Beste aus dem Hausverkauf heraus

Seite: 2 von 2

Viele Makler bieten ebenfalls Immobilienbewertungen an – schon allein um lukrative Vermittlungsaufträge zu erhalten. Professionelle Vertreter der Branche werden eine realistische Schätzung des Immobilienwerts abgeben. Dennoch sollte man mehrere Meinungen einholen, um das Ergebnis abzusichern. Weicht eine Kalkulation allzu stark nach oben ab, liegt der Verdacht nahe, dass jemand mithilfe unrealistischer Erwartungen Geschäfte machen will – oft zulasten des Verkäufers.

Ein seriöser Vermittler beschleunigt oft den Verkaufsprozess – weil er die Emotionen aus den Verhandlungen herausnimmt. Von einem Interessenten, der den Preis drücken will, abwertende Kommentare zu hören können viele Eigentümer schwer aushalten. Hier zeigt sich wieder der Besitztumseffekt: Ein erfahrener Makler lässt sich davon nicht beeindrucken und verhandelt in Ruhe weiter, statt dem potenziellen Käufer die Tür zu weisen.

Geht es an den Verkauf, muss der Besitzer verschiedene Unterlagen beibringen. Dazu gehören:

  • der aktuelle Grundbuchauszug
  • Grundrisse
  • Lagepläne
  • der Energieausweis
  • aussagekräftige Fotos
  • bei Eigentumswohnungen die letzten Hausgeldabrechnungen und Protokolle der Eigentümerversammlungen

Bei der Aufbereitung der Papiere ist Sorgfalt angebracht. Eine Loseblattsammlung, in der womöglich der gesetzlich vorgeschriebene Energieausweis fehlt, macht keinen guten Eindruck und weckt außerdem Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit des Verkäufers.

Inszenieren statt blenden

Das gilt erst recht für die Immobilie selbst. Geschnittene Hecken und ein gefegter Weg wirken einladend. Unkraut dagegen provoziert den Verdacht, dass der Besitzer auch mit der Bausubstanz nachlässig umgegangen ist.

Die Wohnräume sollten sich zur Besichtigung aufgeräumt und sauber präsentieren, idealerweise locker möbliert. Bei leer stehenden Wohnungen können einige Möbel, Bilder und Zimmerpflanzen eine wohnliche Atmosphäre schaffen. Ein neuer Anstrich vergilbter Wände sorgt für einen deutlich besseren Eindruck. Dieses „Home Staging“ hat sich mittlerweile als gute Verkaufshilfe erwiesen – und ist nicht zu verwechseln mit einer Vertuschung von Baumängeln. Solche „Blender“ genannten Objekte werden von Experten schnell enttarnt.

Ohnehin sollten sich Verkäufer vergewissern, dass sie keine Mängel verheimlichen. „Angesichts der hohen Preise versuchen immer mehr Käufer, sich über die Haftungsseite einen Teil des Geldes wieder hereinzuholen“, warnt Michael Kiefer. „In jüngster Zeit geht die Rechtsprechung dazu über, für solche Mängel – etwa einen längst vergessenen Wasserschaden – eine Verkäuferhaftung anzunehmen.“ Selbst wenn im Notarvertrag steht: „gekauft wie besehen“.