ImmobilienSo hilft der Staat bei der Modernisierung

Wartung einer alten Heizung: Ein Austausch gegen eine moderne Anlage kann sich rechnen
Wartung einer alten Heizung: Ein Austausch gegen eine moderne Anlage kann sich rechnendpa

Die Fenster sind einfach verglast, die Außenwände schlecht gedämmt und die Heizungen alt und ineffizient: Viele Immobilien in Deutschland pfeifen aus dem letzten Loch. Jedes dritte Wohngebäude hierzulande ist älter als 40 Jahre und wurde damit noch vor der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet, zeigen Zahlen des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Trotzdem sanieren und modernisieren Hausbesitzer jährlich weniger als ein Prozent der Gebäude – und das seit Jahren. „Energetische Sanierungen sind teuer und rechnen sich oft erst nach vielen Jahren, das schreckt viele Eigentümer ab“, sagt IW-Ökonom Ralph Henger. Dabei geht durch die schlecht isolierten Gebäude viel Energie verloren. Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel, wenn Hausbesitzer die Immobilie selbst bewohnen.

Wer sein Eigentum energetisch auf den neuesten Stand bringen möchte, muss die Kosten dafür nicht alleine tragen. Der Staat greift Eigentümern bei der Modernisierung finanziell unter die Arme. „Mit den bestehenden Zuschüssen und Förderkrediten lassen sich mittlerweile eine Vielzahl von Maßnahmen bezuschussen“, sagt Mirjam Mohr, Vorstandschefin des Kreditvermittlers Interhyp. Wichtig: Staatliches Geld gibt es nur auf Antrag. Eigentümer müssen sich vorab also gründlich informieren und Anträge unbedingt noch vor Sanierungsbeginn stellen. Ein Überblick über die wichtigsten Förderprogramme.

Zinsgünstiges Darlehen

Erste Anlaufstelle für Hausbesitzer, die eine Modernisierung planen, ist die bundeseigene Förderbank KfW. Über die hauseigenen Programme KfW 430 (Energieeffizient sanieren – Investitionszuschuss) und KfW 151/152 (Energieeffizient sanieren – Kredit) stellt die Bank Darlehen bis zu 100.000 Euro zur Verfügung: zu einem verbilligten Zinssatz ab 0,75 Prozent. Außerdem gewährt die KfW Tilgungszuschüsse, etwa für den Austausch besonders ineffizienter Heizungen. Je stärker der Energieverbrauch durch die Umbaumaßnahmen sinkt, desto höher fällt in der Regel der Zuschuss zur Tilgung aus. Maximal können Hausbesitzer von der KfW bis zu 27.000 Euro an Kreditschulden erlassen bekommen.

Heizen mit Erneuerbaren Energien

Solarenergie statt Kohle: Hausbesitzer, die den Umstieg auf Wärme aus nachhaltigen Rohstoffen planen, können ebenfalls von Zuschüssen profitieren. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert das Vorhaben mit dem sogenannten Marktanreizprogramm. Beispiel Solar: Die Energie der Sonne lässt sich nicht nur für Strom, sondern auch für Warmwasser und Heizungswärme nutzen. Wer sein Haus mit einer entsprechenden Anlage ausrüstet, bekommt mindestens 2000 Euro vom BMWi bezahlt. Kombinieren Eigentümer das System mit anderen förderfähigen Anlagen, beispielsweise mit einer Wärmepumpe, erhalten sie einen Bonus. Insgesamt kommen so bis zu 3500 Euro für die persönliche Energiewende zusammen.

Unabhängige Energieberater

Wenn ein Gebäude mehrere Jahrzehnte lang nicht saniert wurde, gibt es meist nicht nur eine Baustelle, sondern mehrere: Fenster, Dach, Heizung, Keller. Viele Hausbesitzer sind mit der Situation überfordert, weil sie nicht wissen, womit sie starten sollen. In solchen Fällen kann ein unabhängiger Energieberater helfen, einen Fahrplan aufzustellen. Die Kosten für das Honorar können sich Eigentümer teilweise vom Staat zurückholen: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst Beratungsgespräche mit bis zu 800 Euro für Ein- oder Zweifamilienhäuser, ab drei Wohneinheiten gibt es bis zu 1100 Euro vom Staat. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, wenn der Energieberater den Fahrplan nicht nur erstellt, sondern seinen Energiebericht auch vorträgt, beispielsweise bei der nächsten Eigentümerversammlung. Solche Extra-Leistungen fördert die BAFA mit bis zu 500 Euro.