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Immobilien Smart Home: das Zuhause mit IQ

Ein Mann tippt auf ein Smartphone mit Smart-Home-Anwendungen
Mit Smart-Home-Anwendungen lässt sich beispielsweise die Heizung aus der Ferne mit dem Smartphone steuern
© IMAGO / Westend61
Mit Smart-Home-Anwendungen kann das eigene Zuhause einerseits komfortabler, sicherer und effizienter werden. Andererseits sind smarte Geräte datenschutzrechtlich nicht unbedenklich. Ob Risiken oder Vorteile überwiegen, liegt im Ermessen des Einzelnen.

Kaum das Haus verlassen, plagt schon der Gedanke, ob der Herd auch wirklich ausgestellt wurde. Wer kennt das nicht? Oder die Sorge, den Schlüssel vergessen zu haben und abends den Schlüsseldienst herbeirufen zu müssen. Wer sein Zuhause smart eingerichtet hat, ist hier klar im Vorteil. Via Smartphone lassen sich auch aus der Ferne intelligente Elektrogeräte ein- und ausschalten. Statt Schlüssel reicht der Fingerabdruck der Hausbewohner, ein Sprachbefehl oder ein entsprechender Code.

Das Smart Home (oder auch: intelligentes Zuhause) lässt sich nicht eindeutig definieren. Es zeichnet sich aber dadurch aus, dass Heimgeräte, wie etwa Kühlschrank, Waschmaschine oder Jalousien, oder auch die Heizung und Beleuchtung, mit dem Internet verbunden sind. Intelligente Geräte können einerseits selbstständig auf äußere Einflüsse reagieren. Jalousien schließen oder öffnen sich – je nach Helligkeit – von allein. Die Heizung passt die Raumtemperatur der Wetterlage an. Wer sich für ein komplexeres Smart-Home-System entscheidet, benötigt eine zentrale Steuerverwaltung. Über dieses sogenannte Gateway können sich die Geräte des Haushalts vernetzen und miteinander kommunizieren. Der Anwender selbst kann das System bequem via Smartphone oder Sprachassistent verwalten.

„Smart-Home-Anwendungen können einen großen Beitrag zu mehr Sicherheit im eigenen Zuhause leisten“, sagt Klaas Moltrecht, Referent Immobilienwirtschaft beim Branchenverband Bitkom. Potenzial sieht er unter anderem in den Bereichen Einbruchschutz, Rauchwarnung, Wasserschäden oder auch in der Sturzüberwachung, die insbesondere für Ältere interessant sein kann. Tatsächlich werden Smart-Home-Anwendungen immer häufiger genutzt. „Mittlerweile überwachen schon fast drei von zehn Menschen in Deutschland, also 27 Prozent, ihr Zuhause mithilfe smarter Tools und Smartphone-App“, weiß Moltrecht. Die Preise der Anwendungen variieren je nach Vernetzungstechnik und Anzahl der Endgeräte. Bei funkbasierten Systemen beginnen sie im dreistelligen Bereich. Für kabelbasierte Systeme müssen Käufer tiefer in die Tasche greifen: Die Anschaffungskosten liegen hier durchschnittlich bei mehreren Tausend Euro.  

Im Smart Home lässt sich Energie sparen

Die Mehrheit will mit Smart-Home-Anwendungen Komfort, Lebensqualität und Sicherheit des Zuhauses steigern. Ein weiterer wichtiger Beweggrund ist aber auch die Energieeffizienz. Knapp die Hälfte erhofft sich damit proaktiv den eigenen Energieverbrauch zu senken. Tatsächlich lässt sich im Smart Home deutlich Energie einsparen. Ob Heizung oder Beleuchtung: Smarte Geräte kontrollieren und steuern die Energienutzung im gesamten Haushalt. Das machen sie einerseits mithilfe von Thermostaten, welche die Raumtemperatur überwachen und die Heizung entsprechend regulieren. Und andererseits durch Klimasensoren, die die Luftfeuchtigkeit in den Räumen messen und bei zu hohen Werten alarmieren. Wer längere Zeit nicht zu Hause ist, kann die Raumtemperaturen aus der Ferne senken und rechtzeitig vor Ankunft wieder aufheizen. Allein dadurch lasse sich zwischen zwei und acht Prozent Heizkosten einsparen, berechnet etwa die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Aber auch smarte Leuchten sparen Energie. Dank Sensoren, die auf Bewegungen und Sonnenlicht reagieren, brennt das Licht im Haus nur noch nach Bedarf.

Zwar können Smart-Home-Anwendungen selbst Hauseinbrüche reduzieren, indem sie Räume beleuchten, Jalousien öffnen und damit die Anwesenheit der Hausbewohner vorspiegeln. Das soll potenzielle Einbrecher abschrecken. Solche Anwendungen stehen jedoch in der Kritik, Einfallstore für Cyberkriminalität zu sein. Die smarten Geräte werden zum großen Teil über Apps gesteuert, für deren Nutzung hochsensible Daten, wie E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Hausanschrift, preisgegeben werden müssen. Damit nicht genug: Die Verbraucherzentrale zeigt auf, dass Smart-Home-Geräte erhobene Daten – darunter etwa Videoaufnahmen aus der Wohnung, Standortdaten oder Sprachbefehle – in Clouds der Hersteller speichern. Diese können die Nutzerdaten an Dritte, beispielsweise Facebook, weiterverkaufen.

Klaas Moltrecht dagegen sieht für Verbraucher keine großen Datenschutz-Gefahren: „Es existieren sehr hohe Sicherheitsstandards, insbesondere bei verschlüsselten Funkprotokollen“. Um aber auch das Restrisiko zu minimieren, durch Smart-Home-Anwendungen datenschutzrechtlich verletzt zu werden, rät der Experte dazu, regelmäßig notwendige Updates durchzuführen. Starke Passwörter und Verschlüsselungen im eigenen Heimnetzwerk und insbesondere Router erhöhen die Sicherheit nochmal zusätzlich.

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