GeldanlagePassiv geht auch bei Immobilien

Auch die Kurse von Immobilien-ETFs haben zuletzt zugelegtGetty Images

Immobilienaktien haussieren. Mit einem durchschnittlichen Wertzuwachs von rund 80 Prozent haben die Anteilsscheine börsengehandelter Immobilienunternehmen in Deutschland während der vergangenen drei Jahre einen beispiellosen Aufstieg hingelegt. Das zeigt der Dimax, ein Index des Bankhauses Ellwanger & Geiger, der die Wertentwicklung aller deutschen Immobilienaktien abbildet. In den kommenden Monaten dürfte es weiter aufwärts gehen, schätzen Marktbeobachter.

Eine Studie des Beratungshauses Kirchhoff, für die im September elf Analysten zu den Kurschancen deutscher Immobilienaktien befragt wurden, konstatiert eine positive Grundstimmung: „Sollte die neue Regierung keine strengen Mietpreisbeschränkungen einführen, dürfte sich die Wachstumsstory fortsetzen“, sagt Martin Pfandzelter, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger Immobilienholding VIB Vermögen und einer jener Analysten, die im Rahmen der Studie befragt wurden.

Mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) können Anleger darauf setzen, dass die Kurse weiter steigen. ETFs nehmen Investoren die Arbeit ab, selbst ein diversifiziertes Portfolio zusammenstellen zu müssen. Gleichzeitig sind sie meist deutlich günstiger als aktiv verwaltete Fonds. Immobilien-ETFs bilden üblicherweise sogenannte REIT-Indizes nach. Das Akronym steht für Real Estate Investment Trust. REITs sind börsennotierte Unternehmen, die Immobilien und Grundstücke handeln, vermieten oder verwalten.

Kursschwankungen einkalkulieren

Deutsche Anleger können zwischen rund zwei Dutzend Immobilien-ETFs wählen, die unterschiedliche Anlageregionen abdecken. So fokussiert sich etwa der Amundi FTSE Epra Europe Real Estate ETF ausschließlich auf europäische Immobiliengesellschaften. In den vergangenen drei Jahren legte er pro Jahr im Schnitt um 8,5 Prozent an Wert zu. Der iShares Developed Markets Property Yield ETF investiert dagegen rund die Hälfte des Anlegergeldes in US-Immobiliengesellschaften. Auf Sicht von drei Jahren verzeichnete er im Schnitt ein Plus von 4,5 Prozent jährlich.

AMUNDI ETF REAL ESTATE REIT IEIF Fonds

AMUNDI ETF REAL ESTATE REIT IEIF Fonds Chart
Kursanbieter: L&S RT

Trotz solider Wertentwicklung haben sich Immobilien-ETFs bislang nicht auf breiter Front durchsetzen – obwohl die Anlageklasse bei Anlegern immer beliebter wird. Hauptgrund: Immobilienaktien und damit auch Immobilien-Indexfonds sind mit direkten Immobilienanlagen nicht zu vergleichen. Anleger investieren damit schließlich nicht unmittelbar in Betongold, sondern in Unternehmen – und sind somit letztlich auf dem Aktienmarkt aktiv. Der Wert von Immobilien-ETFs schwankt denn auch deutlich stärker als der Wert vieler direkter Immobilieninvestments oder klassischer, aktiv verwalteter Immobilienfonds. Wer einen Immobilien-ETF kauft, sollte deshalb langfristig denken und mögliche zwischenzeitliche Wertschwankungen aussitzen.