Lagebericht-PodcastMieter oder Vermieter: Wer zahlt die CO2-Kosten beim Heizen?

Ab 2025 steigt der CO2-Preis auf 55 Euro pro Tonne. Was bedeutet das für Mieter und Vermieter?IMAGO / Michael Gstettenbauer

Deutschland bessert bei seinen Klimazielen nach. Mitte Mai hat das Bundeskabinett dazu ein Neufassung des Klimaschutzgesetzes auf den Weg gebracht. Darin setzt sich die Bundesrepublik unter anderem das Ziel, bis 2045 klimaneutral zu werden. Neben neuen Klimazielen plant die Bundesregierung auch einen neuen Beschluss zum CO2-Preis. Demnach sollen Vermieter künftig für die Hälfte der Kosten für die Abgabe auf Öl und Gas aufkommen – und nicht mehr nur die Mieter.

Aktuell steht diese Kostenteilung auf der Kippe. Am Dienstag erteilte die Unionsfraktion dem Plan eine klare Absage. Was die Debatte und ihr möglicher Ausgang für Mieter und Vermieter bedeuten könnte, diskutieren die Geschäftsleiter des iib-Instituts Peter Hettenbach und Katarina Ivankovic in der neuen Folge des Immobilien-Podcasts „Lagebericht“. 

Auf den Energieausweis achten

„Da einen Überblick zu bekommen, ist anstrengend“, gesteht Ivankovic. Um zu wissen, was der CO2-Preis für die eigene Wohnung bedeute, sollten Eigentümer und Mieter ihren Energiebedarf ermitteln, rät sie. Dabei helfe der Energieausweis. „Den muss man vom Vermieter erhalten, auch schon vor Einzug“, sagt Ivankovic. Hettenbach ergänzt, dabei sei zwischen dem Bedarfs- und dem Verbrauchsausweis zu unterscheiden. „Der Bedarf ist theoretisch und sagt etwas über die Dämm- und Baustoffe aus“, sagt Hettenbach. „Der Verbrauch sagt etwas über den Bewohner aber nicht über die Baustoffe aus.“

Zentral für den Energiebedarf sei aber vor allem, wie die Bewohner der Immobilie darin wohnen und heizen. Als Beispiel nimmt Hettenbach Ivankovics 55-Quadratmeter-Wohnung: Bei einem Verbrauch von 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr verbrauche sie in einem Jahr rund 825 Liter Heizöl. „Das ist ein mittlerer Wert“, so Hettenbach. In einem Neubau oder einem Plus-Energiehaus könnten deutlich niedrigere Mengen anfallen, bei einem Altbau mit schlechter Isolierung könnten das aber noch deutlich mehr sein.

Bei einem Heizölpreis von etwa 70 Cent pro Liter und einem CO2-Aufpreis von etwa 8 Cent entfielen auf die Wohnung pro Jahr knapp 550 Euro für Heizöl und 60 Euro für die CO2-Abgabe. „Es wird also etwa um 10 Prozent teurer“, bilanziert Hettenbach. Damit liege man in etwa bei 1 Euro pro Quadratmeter und Monat. „Das ist schon Geld für einen Haushalt“, sagt er.

Ziel der Abgabe sei es, den Klimaschutz im Immobiliensektor voranzubringen. In der aktuellen Debatte überwiege aber vor allem die Frage, wer für den CO2-Preis aufkomme. „Es fühlt sich ein bisschen nach Stellungskrieg an“, beschreibt Ivankovic die Debatte. Dabei könnten beide Seiten profitieren, wenn Immobilien weniger Energie brauchen.

Hören Sie außerdem in der neunten Folge des „Lageberichts“,

  • wie Verbraucher beim Energiebedarf aktiv werden können,
  • ob sich eine Sanierung für den Vermieter finanziell lohnt,
  • wie Sie den Energiebedarf mit Erdgas ausrechnen.

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