ImmobilienKaufvertrag: 10 Regeln für die Übertragung einer Immobilie

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#6 Kaufobjekt ein letztes Mal prüfen

Üblicherweise schließen Kaufverträge über gebrauchte Immobilien die Haftung für nachträglich entdeckte Mängel aus, es sei denn, der Verkäufer hat sie absichtlich verschwiegen. Der Nachweis dafür fällt aber ausgesprochen schwer. Sie sollten deshalb das Haus oder die Wohnung vor Vertragsunterzeichnung noch einmal – möglichst mit sachkundiger Begleitung – auf Mängel prüfen. Kommen tatsächlich welche zutage, können Sie den Notartermin absagen oder mit dem Verkäufer den Preis nachverhandeln.

#7 Unterlagen einsehen

Der Verkäufer ist verpflichtet, Ihnen vor dem Kauf bestimmte Unterlagen auszuhändigen, zum Beispiel den Energieausweis des Hauses und, bei Eigentumswohnungen, die Teilungserklärung. Der Notar wird Sie fragen, ob Ihnen die Dokumente vorliegen. Bestätigen Sie das nur, wenn es tatsächlich der Fall ist.

#8 Nicht drängen lassen

Beide Parteien haben das Recht, Vertragsanpassungen vorzuschlagen. Seien Sie jedoch misstrauisch, wenn der Verkäufer beim Unterzeichnungstermin Formulierungen ändern will. Lassen Sie sich nicht überrumpeln, und unterschreiben Sie nichts ohne Erklärung und Beratung.

#9 Erst nach Aufforderung zahlen

Den Kaufpreis entrichten Sie erst, wenn alle Unterlagen vorliegen, um die sich der Notar kümmert. Dann schickt er eine Zahlungsaufforderung. In der Regel wird das Geld aufs Konto des Verkäufers überwiesen, in Ausnahmefällen auf ein Treuhandkonto des Notars (Notaranderkonto). Zahlen Sie niemals, bevor Sie dazu aufgefordert wurden!

#10 Steuern entrichten

Das Finanzamt fordert Sie auf, die Grunderwerbsteuer zu zahlen. Sobald das Geld verbucht ist, erhält der Notar die Unbedenklichkeitserklärung und kann die Umschreibung des Eigentums im Grundbuch beantragen. Jetzt sind Sie neuer Eigentümer.