Capital-Podcast„In einer Weltwirtschaftskrise ist der Immobilienmarkt die geringste Sorge“

Michael Voigtländer
Michael VoigtländerIW


Der Corona-Schock hat Deutschland und die ganze Welt in eine tiefe Krise gestürzt. Aber was macht diese Krise so besonders? Wie verändert sie unser Leben? Und welche Auswege gibt es? Der Capital-Podcast „Die Stunde Null – Deutschlands Weg aus der Krise“ stellt diese Fragen den Menschen, die durch die Krise steuern: Unternehmern, Wissenschaftlern, Managern, Philosophen und Ökonomen.


Jahrelang kannte der deutsche Immobilienmarkt vor allem in den Städten nur eine Richtung: nach oben. Nun sind Besichtigungen stark eingeschränkt, eine Rezession kommt – was bedeutet das für die Preise?

Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln ist einer der renommiertesten Immobilienexperten des Landes – und er sieht bereits Auswirkungen auf den Markt. Wohnungsbesichtigungen und Notartermine seien im Moment schwierig, auch Jobunsicherheit sei ein Faktor, der die Kaufentscheidung hemmt. „Der Markt ist eingefroren. Kaum etwas passiert.“ Mittelfristig macht er sich trotzdem wenig Sorgen und ist überzeugt, dass der Immobilienmarkt besser als andere Anlageformen durch die Krise kommt.

Die entscheidende Frage sei, wie lange Lockdowns und Kontaktverbote anhielten. Je stärker der Wirtschaftseinbruch, desto eher sei auch auf diesem Markt mit Verlusten zu rechnen. „Sollte es zu einer Weltwirtschaftskrise kommen, ist der Wohnimmobilienmarkt unsere geringste Sorge“ bilanziert Voigtländer.

„Schon letztes Jahres haben wir gesehen, dass der Boom zu Ende geht“ sagt Voigtländer. Erste Ermüdungserscheinungen wie stagnierende Mieten und träge Preiszuwächse wurden sichtbar. Im Zuge der Krise werden die Wohnpreise wahrscheinlich nachgeben, denn: niedrigeres Einkommen drückt die Preise. Aktuell muss man auf dem Wohnungsmarkt die Ellenbogen nicht ausfahren: Es gibt weniger Konkurrenten.

„Wohnimmobilien sind sehr resistent“

Immobilienexperte Peter Hettenbach, dessen Software für den Wohnungsmarkt laufend Preise erfasst und aktualisiert, hält die Lage im Moment noch für stabil. „Insgesamt glaube ich, dass die Wohnimobilienmärkte sehr resistent sein werden“, sagte er. Mit der Software lassen sich bis auf einzelne Straßen in allen Städten Deutschlands Informationen über Immobilienpreise analysieren. Die Daten zeigen noch keinen Zusammenbruch der Preise.

Vielleicht fragen sich viele von Ihnen jetzt: Was ist eigentlich meine Wohnung oder mein Haus wert? Wie ist der Wert der Häuser in meiner Straße? Oder in meinem Viertel? Diese Frage ist interessant für Eigentümer, aber auch Menschen, die derzeit noch zu Miete wohnen. Sie können den Wert ihrer Immobilie bewerten lassen, online, individuell und kostenlos. Klicken Sie einfach auf www.capital.de/wohnmarktanalyse.

Im neuen Podcast „Die Stunde Null – Deutschlands Weg aus der Krise“ spricht Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar mit Menschen, die die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen hautnah erleben. Außerdem stellt er in jeder Folge eine Initiative vor, die kreative Antworten auf die Probleme der Pandemie findet. In der fünften Folge ist das die Initiative „Mia gehn online„. Eine Münchner Initiative, die Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister kostenlos hilft, sich binnen 24 Stunden zu digitalisieren.  


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