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Immobilienmarkt Die Immobilienpreise sinken – aber nur kurzzeitig

Neubauten im Frankfurter Europaviertel
Neubauten im Frankfurter Europaviertel
© picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
Die Immobilienpreise gehen weiter zurück, das zeigen aktuelle Daten. Dennoch kommt ein Kauf derzeit für viele nicht infrage

Immobilien sind zuletzt weiter günstiger geworden. Das zeigen Zahlen der Immobilienportale Immowelt und Immoscout24, die einen deutlichen Preisrückgang am Markt für das vierte Quartal 2022 belegen. Immoscout24 spricht von einer „spürbaren Preiskorrektur von bis zu zehn Prozent“.

Einen länger anhaltenden Abwärtstrend markiere das allerdings nicht, der Markt drehe sich schon wieder. „Ein nachhaltiger Preisrückgang ist nicht zu erwarten, da die Neubauziele der Bundesregierung in weite Ferne gerückt sind“, sagt Gesa Crockford, Geschäftsführerin von Immoscout24. „Wir rechnen mittelfristig mit einer Verknappung des Angebots, die den Markt wieder drehen kann.“ Insgesamt erwartet die deutsche Wohnungswirtschaft für 2023 rund 200.000 neu gebaute Wohnungen – die Bundesregierung will aber jährlich auf 400.000 kommen.

Die Angebotspreise liegen demnach zum Großteil weiterhin deutlich über dem Niveau von 2021. Mit 2714 Euro pro Quadratmeter sei der Angebotspreis für Bestands-Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent gestiegen – auch wenn er im vierten Quartal 2022 um durchschnittlich 4,3 Prozent sank. Im Neubau sind es minus 6,4 Prozent pro Quadratmeter, was etwa dem Niveau vom Vergleichszeitraum 2021 entspricht.

Immobilienmarkt: Die Immobilienpreise sinken – aber nur kurzzeitig
© Immoscout24

Die stark gestiegenen Bauzinsen hatten den Traum vom Eigenheim zuletzt für viele platzen lassen. Doch nun kommt das Interesse langsam zurück. „Saisonbereinigt scheint die Nachfrage für Kaufimmobilien im dritten Quartal die Talsohle erreicht zu haben“, sagt Crockford. „In den Metropolen sehen wir bereits Anzeichen, dass die Nachfrage bei Kaufinteressierten wieder anzieht.“ Ungebrochen hoch ist das Interesse bei Einfamilienhäusern. Die Angebotspreise stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um plus 2,7 Prozent für Bestandsimmobilien und um 7,3 Prozent für Neubauten. 

München und Hamburg günstiger

Das Portal Immowelt spricht dennoch von einer Trendwende. In 13 von 14 untersuchten Großstädten sanken demnach im vierten Quartal 2022 die Angebotspreise von Bestandswohnungen im Vergleich zum Vorjahr. In München und Hamburg gingen sie für Bestandswohnungen jeweils um 6 Prozent zurück – wobei München mit 8953 Euro pro Quadratmeter ein deutlich höheres Preisniveau hat wie Hamburg (6424 Euro).

Auch Frankfurt am Main und Stuttgart werden günstiger: In Stuttgart verbilligten sich die Angebotspreise um zwei Prozent (5419 Euro pro Quadratmeter) und in Frankfurt sogar um fünf Prozent (6163 Euro). In Berlin und Köln hingegen zeigt sich der Immobilienmarkt derzeit noch robuster. In der Hauptstadt sank der Quadratmeterpreis nur um ein Prozent auf 5040 Euro, in Köln blieb er konstant bei 5276 Euro.

Interessant ist die Entwicklung auch in mittelgroßen Großstädten: In Nürnberg sackte das Preisniveau um sechs Prozent auf 3881 Euro ab, in Hannover um sieben Prozent (3648 Euro). Den größten Preisknick der Untersuchung haben Immobilien in Essen mit minus acht Prozent (2767 Euro). „Offenbar waren in diesen Städten die Preise von Immobilien zuletzt überbewertet und nähern sich nun wieder einem marktgerechteren Niveau an“, heißt es von Immowelt. In Dresden (minus ein Prozent, 2842 Euro) und Leipzig (minus zwei Prozent, 2584 Euro) war der Preisrutsch geringer.

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