ImmobilienImmobilienmarkt: Wir haben eine Blase! Welche Blase?

Seite: 5 von 5

Wohin geht der Trend für die junge Generation, die Millennials?

Braun: Ich halte nichts von Prognosen, dass mit den Millennials alles anders wird. Alle Bevölkerungsgruppen wohnen heute etwas häufiger in eigenen Immobilien als früher, ob Familien, Paare oder Singles. Die Deutschen wollen Wohneigentum – spätestens wenn sie Kinder haben oder die Mieten steigen.

Just: Neue Entwicklungen gibt es dennoch. Etwa Immobilien mit Dienstleistungen wie Concierge-, Putz- oder Einkaufsservice, die nur kurzzeitig gemietet werden. Wenn das anhält, landen wir bei Wohnformen, die kleiner, schneller und mit mehr Service verbunden sind.

Viele Projektentwickler werben heute schon mit Mikroapartments von 30 Quadratmetern.

Just: Klar, da sind die Quadratmeterpreise für Entwickler sehr attraktiv, und die Käufer können sich das leisten. Der Trend in den Metropolen geht tatsächlich zu kleineren Wohnflächen. Viele urbane Akademiker sparen Platz, weil ihre Bibliothek auf dem iPad liegt und sie kein 36-teiliges Kaffeeservice haben.

Leben wir also demnächst alle so beengt wie in Hongkong?

Braun: Ach was! Ich halte Mikroapartments für einen Hype, der langfristig nur für eine kleine, urbane Gruppe hip ist. Sobald die Knappheit nachlässt, ist das vorbei.

Jetzt, wo Sie Zeit zum Nachdenken hatten: Fällt Ihnen nicht doch noch ein heißer Anlagetipp für 2018 ein?

Just: In Leipzig oder Dresden, die noch Zuzug aus allen Altersschichten haben, kann man leer stehenden Wohnraum kaufen. Aber das ist nur was für Leute, die sich auskennen. Grundsätzlich würde ich raten, stärker auf das Objekt als auf eine Marktstory zu schauen. In jeder Stadt gibt es Gelegenheiten.

Braun: Wer an die Zukunft der Elektromobilität glaubt, kann eine Wohnung an einer sechsspurigen Straße kaufen und drauf spekulieren, dass dort Ruhe einkehrt. Sie haben aber das Restrisiko, dass Ingenieure ihre E-Autos doch noch mit künstlichem Motorlärm ausstatten, um Fußgänger zu warnen …