ImmobilienImmobilienmarkt: Wir haben eine Blase! Welche Blase?

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Also lieber in Metropolen kaufen?

Just: Mit Ewigkeitsaussagen wie „Alle ziehen in die Metropolen“ sollte man vorsichtig sein. Senioren und junge Familien ziehen weiterhin aus der Stadt raus.

Braun: Wir sehen ja jetzt schon, dass junge Leute weniger nach Berlin ziehen und mehr in andere Städte. Und wer nicht zur Ausbildung oder als Berufsanfänger nach Berlin geht, landet dort wahrscheinlich auch später nicht.

Wir dachten, Senioren zieht es in die Metropolen …

Just: Bei kleineren Regionalzentren ist das zu beobachten, aber für die allermeisten Großstädte gilt es nicht. Die Wanderungsbewegungen sind umgekehrt, und das ergibt auch Sinn: Wieso sollten Senioren, deren Einkommen sinkt, um die teuersten Wohnlagen in der Nähe der Arbeitsplätze konkurrieren?

Als Anleger kann man bei der Objektwahl mehr Fehler machen, als die meisten glauben

Tobias Just

Sehen Sie derzeit überhaupt noch eine unterbewertete Wohnform oder Anlage mit guten Perspektiven?

(Stille …)

Nehmen Sie sich ruhig Zeit zum Nachdenken …

Just: Hmm … Am ehesten sehe ich Potenzial in den Nachbarstädten von Metropolen. Wer wegen des Brexit von London nach Frankfurt zieht, verdrängt die Frankfurter vom Westend – und dann gewinnt Offenbach.

Braun: Das nennen Sie einen Geheimtipp? Offenbach boomt längst.

Just: Gerade deswegen sind diese kleineren Städte eine Empfehlung: Auch sie haben gute Wirtschaftsdaten, stehen aber seltener auf den Kaufzetteln der Institutionellen. Eins muss man allerdings allen Anlegern ins Buch schreiben, ob sie nun 300.000 oder eine Million investieren: Guckt euch den Markt an, beschäftigt euch damit, fahrt hin, sucht euch Sachverständige! Als Anleger kann man bei der Objektwahl mehr Fehler machen, als die meisten glauben.

Vielleicht auch, weil mehr Schrott auf den Markt kommt als bisher?

Just: Logisch. Wenn der Markt boomt, werden Sachen angeboten, von denen man vor zehn Jahren nicht dachte, dass man die loswird.

Braun: Und zwar auch beim Neubau!