HauskaufImmobilien: So viel Eigenkapital sollten Käufer vorweisen

Symbolbild Hauskaufdpa

Wer heutzutage Immobilienbesitzer werden will, muss sich auf eine lange Suche und hohe Preise einstellen. Zum Glück können sich angehende Käufer zurzeit günstig Geld von der Bank leihen. Kreditinstitute übernehmen allerdings nur in den seltensten Fällen die komplette Finanzierung. In der Regel müssen Immobilienkäufer einen bestimmten Anteil an eigenem Geld einbringen. Eine Finanzierung ganz ohne Eigenkapital ist zwar möglich, aber nicht unbedingt empfehlenswert. Schließlich wird dadurch die Kreditlast höher und das Darlehen muss unter Umständen zu schlechteren Bedingungen abbezahlt werden.

Was zählt alles zum Eigenkapital?

Auf der Hand liegt, dass zum Eigenkapital das Vermögen auf dem Giro- und Sparkonto gehört. Das Gleiche gilt für Barvermögen. Aber auch angelegtes Geld, etwa in Fonds, Aktien oder anderen Wertpapieren, gilt als Eigenkapital. Wer bereits eine Immobilie oder ein Grundstück besitzt, kann diese ebenfalls als Sicherheit anrechnen lassen. Auch Vermögen aus Lebensversicherungen und der Eigenanteil an einem Bausparkredit zählen zum Eigenkapital. Einige Banken erkennen außerdem Eigenleistungen, also Arbeiten die man selbst, Verwandte oder Freunde beim Häuslebau ausführen, als Eigenkapitalersatz an. Berechnungsgrundlage ist dabei der Stundenlohn eines Handwerkers. Allerdings akzeptieren Banken in der Regel Eigenleistungen nur bis zu einer Höhe von 30.000 Euro.

Wie viel Eigenkapital brauche ich?

Grundsätzlich gilt: Je mehr Eigenkapital vorhanden ist, desto besser. Früher gab es die Faustregel, 15 bis 20 Prozent des Kaufpreises an eigenen Mitteln mitzubringen. Inzwischen raten Experten aufgrund der horrenden Preise am Immobilienmarkt zu einem großzügigeren Puffer, unter anderem, um die Kaufnebenkosten stemmen zu können. Diese werden meist nicht von der Bank finanziert und können 5 bis 15 Prozent des Kaufpreises betragen. Zu den Kaufnebenkosten gehören etwa der Grundbucheintrag, der Notar und gegebenenfalls die Maklergebühr. Kaufinteressenten sollten zudem nicht ihr gesamtes Eigenkapital für die Finanzierung und die Kaufnebenkosten verplanen. Wollen sie ihr neues Heim selbst bewohnen, benötigen sie schließlich noch Geld für die Einrichtung.

Wie bekomme ich genügend Eigenkapital zusammen?

Wie man es dreht und wendet, ein Immobilienkauf kostet immer eine Stange Geld. Je früher man anfängt, für das zukünftige Eigenheim Geld zurückzulegen, desto einfacher wird es, die Zielsumme zu erreichen. Ein Rechenbeispiel: Um 65.000 Euro zu sparen, braucht man bei einer monatlichen Sparrate von 200 Euro gut 27 Jahre. Bei einer Sparrate von 500 Euro im Monat sind es knapp elf Jahre. Wer 1000 Euro pro Monat zurücklegen kann, muss dagegen nur gut fünf Jahre lang sparen, um auf 65.000 Euro Eigenkapital zu kommen. Wer nicht viel Zeit oder nicht viel Geld übrighat, hat neben den eigenen Ersparnissen noch andere Möglichkeiten, an Eigenkapital zu kommen. Besonders, wenn es schnell gehen soll, sind Privatkredite bei Freunden oder Verwandten eine beliebte Variante. Schließlich verlangen Eltern oder Großeltern meist keine oder nur geringe Zinsen und sind oft kulant, was den Zeitraum der Rückzahlung angeht. Bei einer solchen Lösung sollten die Konditionen unbedingt schriftlich festgehalten werden, damit es später nicht zu Streitereien oder gar juristischen Schritten kommt.

Eine weitere Lösung für das Eigenkapital-Problem ist ein Bausparvertrag. Bei dessen Abschluss legen Sparer die Summe fest, die sie für ihren Immobilienerwerb einsetzen wollen. Davon sparen sie dann 40 bis 50 Prozent selbst an, den restlichen Teil bekommen sie als günstiges Darlehen von ihrer Bausparkasse. Sind Mindestguthaben und Mindestsparzeit erreicht, können Kunden entweder das vereinbarte Darlehen in Anspruch nehmen oder sich das angesparte Vermögen auszahlen lassen und für einen Kredit bei einem anderen Institut als Eigenkapital verwenden. Bausparverträge sind allerdings vergleichsweise komplexe Produkte. Überdies sind die Guthabenzinsen in den vergangenen Jahren massiv gesunken, sodass angehende Hauskäufer genau durchrechnen sollten, ob sich ein Bausparvertrag für sie tatsächlich lohnt.