AltersvorsorgeImmobilien – jetzt erst recht?

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Es gibt nämlich noch genügend Privatleute, die reichlich Geld flüssig haben – erst recht, weil viele es jetzt aus dem Aktienmarkt abziehen. Andere Anlagealternativen fehlen, weil die Notenbanken weiter die Zinsen drücken, weil Anleihen und Sparkonten nur Nullrenditen abwerfen, wenn nicht gar Negativzinsen. Sind jetzt selbst Aktien keine Alternative mehr, dann werden Wohnungen noch interessanter. Zumal man in ihnen nicht nur sein Geld unterbringen kann, sondern auch Mieter, die monatlich Geld einbringen.

Das heißt für jene Hälfte der Bevölkerung, die noch kein Eigenheim besitzt, aber noch immer davon träumt: Es wir vermutlich auf absehbare Zeit nicht billiger, ins Eigenheim zu kommen. Dafür wird es umso wichtiger, wo es steht, wenn das Haus wertstabil sein soll. Denn Kapitalanleger werden weiter in die Städte preschen und dort die Preise stützen. Wer seinen Traum dagegen „draußen auf dem Land“ verwirklichen will, der kann das zwar als Selbstnutzer tun. Er sollte aber sicher sein, dass er in den nächsten Jahren weder umziehen, noch vermieten und schon gar nicht verkaufen will. Und zudem die Kreditraten auch in einer Krise tragen kann. Sonst könnte der Kauf mit Verlusten enden.

Genügend Eigenkapital?

Auf keinen Fall aber sollten Käufer jetzt zu großzügig rechnen, nur weil sie unbedingt noch zuschlagen wollen, bevor es noch teurer wird. Auch wenn die Kreditzinsen noch so günstig sind. Denn eine Faustregel gilt – im Boom wie in der Krise: Wer nicht mindestens ein Viertel des Kaufpreises (inklusive Nebenkosten) an Eigenkapital mitbringt, also 100.000 Euro beim 400.000-Euro-Haus, oder besser mehr, der muss weiterträumen. Und das dürfte für die meisten tatsächlich die größte Hürde sein.

Jeder Käufer sollte außerdem neben den Raten für den Kredit noch Geld übrighaben, um zusätzliche Altersvorsorge zu betreiben. Sonst hat er als Rentner zwar ein Dach über dem Kopf, aber zu wenig Geld zum Leben. Und wer die Kreditrate so stutzen muss, dass er weniger als 3 Prozent Anfangstilgung schafft, der muss jung sein. Weil er dann länger als 27 Jahre brauchen wird, um seine Immobilie abzuzahlen. Man kann das alles machen, aber clever ist es nicht.

Da wäre es besser, kleiner zu denken und lieber ein Reihenhaus zu kaufen oder eine Etagenwohnung statt Haus mit Garten. Oder sich eine Zweizimmerwohnung für den Ruhestand zulegen und sie erstmal zu vermieten. Auch das ist Altersvorsorge und solche Immobilien sind auch noch länger bezahlbar.

 


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