ImmobilienDiese Versicherungen sind für Wohneigentümer wichtig

Reihenhaus
Symbolbild: Eigenheimdpa

Wer eine Immobilie kauft oder baut, geht ein hohes finanzielles Risiko ein. Es können Schäden an Haus beziehungsweise Wohnung entstehen, Menschen durch das Gebäude verletzt werden oder zu Tode kommen – wofür der Eigentümer haftet. Im Extremfall müssen sehr hohe Summen aufgebracht werden, die die Existenz gefährden. Welche Versicherungen sind wichtig?

Lebensversicherung

Die Familie zieht ins neue Eigenheim – und der Hauptverdiener stirbt. Ein Schreckensszenario, denn der Kredit für das Haus muss weiterhin bedient werden. Verschiedene Versicherungsprodukte sollen das finanzielle Risiko mindern: die Kapitallebensversicherung, die Risikolebensversicherung und die Restschuldversicherung. Elke Weidenbach hat eine klare Präferenz. „Eine Risikolebensversicherung ist immer besser als eine Kapitallebensversicherung, wenn es um die Todesfallabsicherung beim Immobilienkauf geht“, rät die Expertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Die Kapitallebensversicherung wird manchmal zur Tilgung endfälliger Darlehen eingesetzt. Seit Steuervorteile von Versicherungspolicen gestrichen worden sind und die Verzinsung stark gesunken ist, rentieren sich Neuverträge nur in Ausnahmefällen für Immobilienkäufer.

Die Restschuldversicherung ist eine Sonderform der Risikolebenspolice: Bei ihr sinkt die Versicherungssumme in dem Maß, wie die Schulden bei der Bank abnehmen. Einige Institute bestehen darauf, dass der Kreditnehmer eine solche Police bei Gewährung eines Darlehens abschließt. Die Kosten hierfür müssen jedoch separat zum Effektivzins der Finanzierung aufgeführt werden. „Oft ist es günstiger, eine solche Versicherung getrennt von der Baufinanzierung abzuschließen“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV).

Die Kosten für eine Risikopolice hängen von vielen Faktoren ab, unter anderem von Versicherungshöhe, Alter, Gesundheit, beruflicher Situation und Freizeitverhalten. Wichtig ist eine gute, unabhängige Beratung, denn die Beiträge variieren stark. Bei einer Versicherungssumme von 200 000 Euro sind je nach Kunde und Gesellschaft jährlich zwischen 80 Euro und 1 700 Euro fällig.

FAZIT: Die Risikolebensversicherung ist wichtig zur Absicherung des Finanzierungsrisikos. Die klassische Kapitallebensversicherung eignet sich hierfür nicht.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Seit Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie 2016 legen manche Baufinanzierer Wert darauf, dass der Kreditnehmer eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder alternativ eine sogenannte Dread-Disease-Police abschließt. Für den Fall, dass das Arbeitseinkommen wegfällt, soll gewährleistet sein, dass der Kredit weiter bedient werden kann. Die Konditionen variieren je nach Leistungsumfang und Berufsgruppe stark. Welche Variante sich für welchen Kunden eignet, kann am besten ein unabhängiger Versicherungsberater auf Honorarbasis ermitteln.

FAZIT: Hält ein Immobilienbesitzer die Absicherung für sinnvoll, sollte er sie dennoch nicht auf Drängen des Kreditgebers und im Zusammenhang mit einer Baufinanzierung abschließen.