FerienimmobilienNordsee de luxe

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Andere Dimensionen

Weiter nördlich an der schleswig-holsteinischen Küste hat das Preisniveau längst andere Dimensionen. Von Sankt Peter-Ording bis List auf Sylt und den Inseln Amrum und Föhr haben sich Ferienimmobilien in den vergangenen drei Jahren um 30 Prozent verteuert – pro Jahr, sagt eine Analyse von LBS Research, die auf mittleren Angebotspreisen basiert. Das Ergebnis: In Nordfriesland sind die teuersten 25 Prozent aller angebotenen Ferienobjekte inseriert, von den Top-10-Standorten an den deutschen Küsten liegen hier allein sechs.

Spitzenreiter ist Wenningstedt-Braderup auf Sylt: Im Mittel muss man hier 8300 Euro pro Quadratmeter bezahlen. Eine Doppelhaushälfte, die auf Sylt „Hausscheibe“ heißt, kostet 1,5 Mio. Euro. Unverbauten Meeresblick, den es eigentlich nur noch in Hörnum gibt, kann man ab 5 Mio. Euro kaufen. Selbst in List sollen die kleinen Häuschen, die gerade in der 1. und 2. Reihe zur Wattseite gebaut werden, 4 bis 6 Millionen kosten.

Laut Gutachterausschuss wurden in ganz Nordfriesland im vergangenen Jahr Immobilien und Grundstücke im Wert von mehr als 1,4 Mrd. Euro gehandelt – 61 Prozent davon auf Sylt. Auf die Insel Föhr entfiel ein Anteil von sieben Prozent am Umsatz – immerhin 93 Mio. Euro.

Trotzdem haben Marktbeobachter wie Thomas Müller, Makler bei Engel & Völkers, das Gefühl, dass es inzwischen nicht mehr gar so rundläuft. „Häufig haben die Verkäufer völlig unrealistische Vorstellungen, was den Wert ihrer Immobilie anbelangt“, beklagt er. „Dazu kommt das restriktive Verhalten der Bauordnungsbehörden. Nicht alle Immobilien am Markt dürfen als Ferienobjekte genutzt werden. Das alles behindert einen intakten Markt.“ Mittlerweile stünden nur noch knapp 100 Objekte zum Verkauf. Vor dem jüngsten Hype seien es 300 gewesen.

Hamburger, Frankfurter, Sylter und ein paar Schweizer sorgen zurzeit für den größten Umsatz – und für weitere Preisanstiege. „Wenn inzwischen Hausscheiben in den Inseldörfern für 750.000 Euro gehandelt werden, kann die klassische Föhr-Klientel nicht mehr mitgehen“, sagt Müller.