PodcastEnergieausweis: Wie umweltfreundlich ist meine Immobilie?

Neubau mit Energiepass
Neubau mit EnergiepassIMAGO / blickwinkel

Die künftige Bundesregierung wird nicht an den Themen Immobilien und Klimaschutz vorbeikommen – egal welche Parteien miteinander koalieren. Eigentlich alle Parteien wollen den Wohnungsbau fördern. Für ambitionierte Klimaschutzziele wird das aber nicht reichen, denn vor allem Altbauten stellen ein Problem dar. In der aktuellen Folge des Immobilien-Podcasts „Lagebericht“ erklären die iib-Geschäftsführer Katarina Ivankovic und Peter Hettenbach, wie sich Wohnungssuchende am Energieausweis orientieren können – und das sowohl für das Gewissen als auch die Finanzen.

Der Energieausweis gibt den Energieverbrauch in KW/h pro Quadratmeter und Jahr auf einer Skala von 0 (grün) bis 250 (rot) an. Mit diesem Instrument werden Immobilien im Hinblick auf ihren Energieverbrauch bewertet, was nicht nur für den Klimaschutz relevant ist. Weniger Verbrauch bedeutet weniger Kosten. Und in Zeiten stark steigender Energiepreise kann ein Niedrigenergiehaus viel Geld sparen. In den meisten Häusern wird noch mit Erdgas oder Öl geheizt.

Es existieren zwei verschiedene Arten des Energieausweises. Der Verbrauchsausweis, der den Verbrauch aus den Kosten der letzten drei Jahre ermittelt und der Bedarfsausweis, der  einen Wert anhand der Bauteile errechnet. Ersterer kann auch dabei helfen die in Wohnungsanzeigen angegebenen Nebenkosten auf ihre Plausibilität zu überprüfen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn der Energieausweis bezieht sich immer auf das gesamte Gebäude. Bei großen Mehrfamilienhäusern können die Werte also abweichen, falls man eine Keller- oder Dachgeschosswohnung beziehen möchte. Im Gegensatz zum Verbrauchsausweis kann der Bedarfsausweis einen Hinweis auf sinnvolle Ausbaumöglichkeiten geben.

„Ich hab noch nie einen Energieausweis in der Hand gehabt“, sagt Katarina Ivankovic. Und damit steht sie nicht alleine, denn viele Vermieter fügen ihren Wohnungsanzeigen gar keinen Energieausweis bei. Das ist jedoch nicht legal. „Nach dem Gesetz ist der Energieausweis Pflicht bei Vermietung und Verpachtung“, erklärt der iib-Geschäftsführer Peter Hettenbach. „Es muss normalerweise schon in der Immobilienanzeige auf den Energieausweis hingewiesen werden. Der Mieter hat auch ein Recht ihn zu sehen.“ Beide empfehlen, den Ausweis anzufordern, wenn der Vermieter ihn nicht ungefragt vorlegt.

Das Problem mit dem Bestand

Besonders wichtig für den Klimaschutz ist ein weiterer Bestandteil des Energieausweises: Die Angabe des Primärenergiebedarfs. Dabei geht es um den Verbrauch, der durch Erzeugung bzw. Gewinnung der Energieträger, deren Transport und auch Verlust entsteht. Kurz: Der gesamte Energieverbrauch, der entsteht, damit Energie in der Immobilie genutzt werden kann. Fossile Brennstoffe schneiden hier deutlich schlechter ab als erneuerbare Energien.

Bei Bestandsbauten ist der Energieverbrauch viel höher als bei Neubauten. Die professionell bewirtschafteten Häuser entsprechen im Regelfall jedoch den neuen Standards. Im Wesentlichen liegt das Problem bei Privatimmobilien. Die gesetzliche Notwendigkeit einer doppelqualifizierten Mehrheit bei Wohneigentümergemeinschaften erschwert die Modernisierung. Mehr als 50 Prozent der Eigentümer, die mehr als 50 Prozent der Fläche besitzen, müssen einer Sanierung zustimmen. Dies hat bisher bereits zu extremen Verzögerungen geführt.

Außerdem in der 27. Folge des „Lageberichts“,

  • worauf man noch beim Energieausweis achten muss,
  • warum die iib-Geschäftsführer Planungssicherheit von der Politik fordern,
  • wie ein Paretoansatz jetzt helfen kann.