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Immobilien Endlich Eigenheim: Diese Fördermöglichkeiten zahlen sich aus

Fassade und Fenster eines alten, sanierungsbedürftigen Wohnhauses
Wer sein Eigenheim sanieren will, muss dafür ordentlich Geld hinblättern
© IMAGO / Dirk Sattler
Die eigenen vier Wände werden immer kostspieliger. Grund dafür ist die Inflation – sie treibt die Preise für Baumaterial, Rohstoffe und die Immobilien selbst. Staatliche Fördermittel können helfen, den Weg zum eigenen Traumhaus zu ebnen

Wer derzeit vor der Überlegung steht, ein Eigenheim zu kaufen oder zu bauen, dem dürfte das wirtschaftliche Umfeld kaum gefallen. Nicht nur, dass die Zinsen für Immobilienkredite anziehen. Auch das Bauen selbst wird teurer, weil Rohstoffe knapp sind und die Inflation die Preise treibt. Die gute Nachricht: Staatliche Hilfsprogramme können den Traum von den eigenen vier Wänden retten. Doch dafür muss der Förderantrag auch rechtzeitig raus – auf jeden Fall noch bevor ein Liefer-, Leistungs-­ oder Kaufvertrag besteht. Und für manche Förderprogramme brauchen Häuslebauer ein stattliches Eigenkapital.  

Die wohl bekannteste Fördermöglichkeit ist der sogenannte Wohn-Riester: eine private Altersvorsorge mit staatlichem Zuschuss. Sie ist dazu da, selbst genutzte Immobilien zu finanzieren oder zu entschulden, um im Alter mietfrei wohnen zu können. Daher bezeichnet man den Wohn-Riester bisweilen auch als Eigenheimrente. Für die Beitragszahlungen lässt sich bereits angespartes Guthaben aus klassischen Riester-Vorsorgeverträgen entnehmen. Die meisten Menschen zahlen stattdessen einen Anteil ihres monatlich verfügbaren Einkommens ein. Sobald die Sparsumme vier Prozent des Bruttoeinkommens übersteigt, erhält man die volle Zulage von 175 Euro pro Jahr. Familien mit Kindern erhalten in der Regel einen zusätzlichen Zuschuss von jährlich 300 Euro pro Kind. Diese Beiträge lassen sich als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Das Förderprogramm setzt jedoch zwei Dinge voraus: Der Antragsstellende muss die Immobilie selbst nutzen. Und das Darlehen muss bis zum Beginn der Rente beglichen sein.  

Zinsgünstige Zuschüsse und Darlehen gibt es auch bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Hier spielen weder Einkommen noch Familienstand eine Rolle. Beim KfW-Wohneigentumsprogramm erhalten Antragsteller Kredite von bis zu 100.000 Euro. Noch höher fallen die Förderung und der Tilgungszuschuss aus, wenn es sich um ein besonders energieeffizientes Haus handelt. Das ist dann der Fall, wenn der Energieverbrauch unter den im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegten Grenzwerten liegt. Das bisherige Förderprogramm für Neubauten gilt noch bis zum Jahresende. Ab 2023 will die Bank die Neubauförderung umgestalten. Dann werden Bestandsimmobilien bevorzugt und bei Neubauten gibt es Zuschüsse ausschließlich für besonders energieeffiziente Gebäude. 

Ein weiteres staatliches Förderprogramm für Immobilienkäufer ist die Wohnungsbauprämie. Für sie benötigen Antragsteller einen Bausparvertrag. Das heißt: Jeder, der älter als 16 Jahre alt ist und jährlich mindestens 50 Euro einzahlt, kann die Wohnungsbauprämie erhalten. Vergangenes Jahr hat die Bundesregierung die Prämie auf zehn Prozent der jährlichen Einzahlungen angehoben. Damit fördert der Staat nun eine jährliche Sparleistung von bis zu 700 Euro pro Person, bei Ehepaaren ist es doppelt so viel. Hier gelten allerdings Einkommensgrenzen: Das zu versteuernde Einkommen darf bei ledigen Personen 35.000 Euro pro Jahr nicht überschreiten, bei Ehepaaren 70.000 Euro.  

Wer von seinem Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen erhält, kann als weiteren Bonus die staatliche Arbeitnehmersparzulage beantragen. Ledige erhalten die Arbeitnehmersparzulage nur, wenn sie ein steuerpflichtiges Einkommen von maximal 17.900 Euro haben, bei verpartnerten und verheirateten Arbeitnehmern gilt wieder der doppelte Betrag. Bei Bausparverträgen mit vermögenswirksamen Leistungen beträgt die Arbeitnehmersparzulage neun Prozent.

Darüber hinaus gibt es auch noch regionale Fördermöglichkeiten wie die Wohnraumförderung für Einkommensschwache. Über das Wohnraumförderungsgesetz stellen Bundesländer finanzielle Mittel zur Verfügung, um vor allem einkommensschwächeren und kinderreichen Familien zum Eigenheim zu verhelfen. Der Staat fördert den Bau neuer Häuser durch zinsgünstige Darlehen, finanzielle Zuschüsse oder vergünstigtes Bauland. Für Einzelpersonen liegt hier die Einkommensgrenze bei 12.000 Euro, für Paare bei 18.000 Euro. Und: Förderberechtigt ist dennoch nur, wer ausreichend Eigenkapital mitbringt – je nach Bundesland zwischen 7,5 und 20 Prozent der Gesamtkosten.

Oftmals unterstützen auch die Kommunen selbst den Erwerb von Wohneigentum in Form von Zuschüssen, Vergünstigungen oder Darlehen – so wollen sie den Zuzug in ihre jeweilige Region stärken. Es kann sich also lohnen, bei der kommunalen Behörde nachzufragen. Zu allen verfügbaren Fördermitteln liefern die Verbraucherzentralen unabhängige Informationen.

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