ImmobilienDiese Ausgaben können Vermieter von der Steuer absetzen

Symbolbild Mietwohnung
Symbolbild MietwohnungPixabay

Wer eine Immobilie als Kapitalanlage kauft, muss nicht nur mit Kaufpreis und Nebenkosten kalkulieren. Auch nach Unterzeichnung des Kaufvertrags fallen für Vermieter viele Ausgaben an. Eine kaputte Heizung oder ein plötzlicher Rohrbruch können ein großes Loch ins Portemonnaie reißen und die Mieteinnahmen von Monaten verpuffen lassen. Und selbst wenn die Katastrophe ausbleibt und alles glatt geht, fallen regelmäßig Kosten an: für Instandhaltung, Verwaltung oder den Vor-Ort-Besuch. Zum Glück hilft der Staat – in Form von Steuervorteilen.

Mietersuche

Mit dem Kauf einer Immobilie beginnt die eigentliche Arbeit für Vermieter: Bis ein passender Mieter gefunden ist, kann je nach Standort und Lage viel Zeit vergehen. Die Kosten für Annoncen im Internet oder in der Zeitung können Vermieter von der Steuer absetzen. Gleiches gilt für das Honorar des Maklers, falls der Vermieter nicht selbst auf die Suche gehen möchte. Mieter haben beim Einzug zudem Anspruch auf einen Energieausweis, aus dem der aktuelle Energieverbrauch der Immobilie hervorgeht. Die Kosten für die Ausstellung kann der Vermieter ebenfalls steuerlich geltend machen.

Miese Mieter

Manchmal hilft die gründlichste Vorauswahl nichts und der Mieter erweist sich als Alptraum. Eskaliert der Streit und landet vor Gericht, können Vermieter Anwaltsgebühren und Prozesskosten ebenfalls als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Entscheidet der Richter zugunsten des Klägers und der Mieter muss per Beschluss ausziehen, können Eigentümer auch die Kosten für Räumung, Wohnungsreinigung und Renovierung in voller Höhe steuerlich geltend machen. Doch auch ein gutes Verhältnis zum Bewohner wird vom Fiskus belohnt: Lädt der Vermieter seine Mieter zum Essen ein, kann er die Bewirtungskosten zu 70 Prozent von der Steuer absetzen.

Reparaturen

Vermieter müssen dafür sorgen, dass die Mietwohnung frei von Mängeln ist. Hat die Heizung ein Leck oder bildet sich durch schlecht isolierte Fenster Schimmel an den Zimmerwänden, muss er in den meisten Fällen die Reparatur übernehmen – darf die Kosten im Gegenzug aber auch in seiner Steuererklärung geltend machen. Steht die Wohnung kurzfristig leer, weil renoviert wird oder gerade kein passender Mieter in Sicht ist, dürfen Vermieter die laufenden Kosten dennoch absetzen – sofern der Eigentümer nachweisen kann, dass er die Immobilie auch wirklich vermieten möchte.

Verwaltung und Beratung

Vermieter müssen Mietverträge aufsetzen, Nebenkostenabrechnungen erstellen und verschicken oder Mieter über die jährliche Mieterhöhung informieren. Die Kosten für Porto, Telefon und Schreibwaren erkennt das Finanzamt meist problemlos als Werbungskosten an. Schwieriger ist es, die Anschaffung eines Computers gegenüber den Finanzbeamten zu rechtfertigen. Selbst wenn Vermieter ihre Immobilie überwiegend am PC verwalten, erkennt das Finanzamt die Kosten allenfalls zeitanteilig an. Grund: Der Computer könnte schließlich auch für private Zwecke genutzt werden. Vermieter müssen daher damit rechnen, dem Finanzbeamten einen Zeitplan vorzuweisen, der nachweist, wann sie den PC beruflich und wann privat genutzt haben.

Reisekosten

Nicht zuletzt können Vermieter auch die Fahrten zur Mietwohnung absetzen. Der Fiskus gewährt eine Entfernungspauschale von 30 Cent je gefahrenen Kilometer. Gleiches gilt für Fahrten zum Makler, zur Bank, zur Eigentümerversammlung oder auch in den Baumarkt, um etwa Streusalz für die Mietwohnung zu kaufen. Auch Über­nachtungskosten und eine Verpflegungspauschale darf der Vermieter geltend machen, wenn Hin- und Rückfahrt zur Wohnung nicht in einer angemessenen Zeit zu schaffen sind. Jedoch sollten Vermieter dafür Nachweise wie Rechnungen und ein Fahrtenbuch vorweisen.