FerienimmobilienDie Könige von Mallorca

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Das beschreibt die aktuelle politische Stimmung. Natürlich sind die Mallorquiner nach wie vor herzliche Gastgeber. 2016 kamen rund zwölf Millionen Touristen; rund die Hälfte der Arbeitnehmer auf den Balearen arbeitet im Tourismus. Mallorca braucht auch die vielen Pauschal-urlauber – sie sorgen dafür, dass die Flugverbindungen in alle Länder Europas nicht abreißen, und sichern damit einen Standortvorteil.

Dennoch war es auch der angespannte Mietmarkt, der 2015 zu einem Machtwechsel geführt hat: Die neue Präsidentin der Balearen ist Sozialistin, ihre Koalition mit einer linksgrünen Lokalpartei wird von Podemos toleriert. „Die Situation ist delikat“, sagt Stadler. Die Regierung pflege „eine angeborene Eifersucht gegenüber allen Erfolgreichen“.

Zu ihrem Programm gehört, den Sauftourismus einzudämmen und die Verdrängung der Einheimischen zumindest zu verlangsamen. Das hat Konsequenzen für Käufer, die ihre Ferienimmobilie auf Mallorca durch Vermietungen an Touristen refinanzieren wollen. „Das darf nur derjenige, der eine Lizenz für Ferienvermietungen besitzt“, sagt Deutsch. „Die Beantragung ist aber für ein Jahr ausgesetzt.“ Zudem: Offiziell dürfe man nur frei stehende Häuser vermieten, aber keine Wohnungen.

Wer sich auf Mallorca eine Immobilie zulegen möchte, sollte daher besonders auf gute Beratung durch eine seriöse Agentur achten – gerade in Zeiten, in denen die Immobilienpreise in die Höhe und Makler „wie Schwammerl aus dem Boden“ schießen, wie Stadler es ausdrückt. Auch sollten sich Käufer einen örtlichen Anwalt suchen, der auf spanisches Immobilienrecht spezialisiert ist und durch die Untiefen der Lokalverwaltung navigieren kann.

Wer all das bewältigt, der wird allerdings belohnt. „Es soll ja Leute auf Mallorca geben, die das Meer nicht mehr sehen können“, sagt Villenbesitzer Maucher. „Ich persönlich freue mich noch jeden Tag darüber.“