HausbauDas sind die sieben goldenen Bauherrenregeln

Baustelle eines Hauses
Symboldbild Baufinanzierungdpa

Persönlicher Eindruck

Der Augsburger Architekt Wolfgang Ott sagte einmal: „Die Beziehung zwischen Architekt und Bauherr ist wie eine Ehe auf Zeit.“ Tatsächlich sollte ein Planer viele Details über das Privatleben des Auftraggebers wissen, um das optimale Haus entwerfen zu können. Das Verhältnis mit einem Haushersteller ist nicht ganz so eng, aber auch hier sind viele Dinge zu klären und womöglich kritische Situationen zu überstehen. Da kommt es auf Sympathie und Vertrauen an.

Referenzen

Qualität und Service Ihres künftigen Baupartners beurteilen Sie am besten bei der Besichtigung von Referenzobjekten und in Gesprächen mit früheren Käufern beziehungsweise Bauherren. Bei Fertighausherstellern haben Sie zwar die Möglichkeit, Musterhausparks zu besuchen, aber dieser Eindruck allein reicht nicht aus.

Internetforen

Auch wenn sich in Foren jede Menge Trolle und Miesmacher zu Wort melden: Eine Recherche lohnt sich auf jeden Fall. Werden bestimmte Probleme häufiger angesprochen, dürfte das kein Zufall sein. Konfrontieren Sie den Anbieter damit, um kritische Punkte zu klären.

Bonität

Ein seriöser Bauträger oder Haushersteller sollte auf Ihre Bitte hin eine Bonitätsauskunft seiner Bank vorlegen. Bei berechtigtem Interesse oder als Mitglied eines Bauherren- oder Eigentümerverbands können Sie auch selbst eine Auskunft einholen, etwa über die Schufa oder über Creditreform.

Baubeschreibung

Verbraucherschützer monieren sehr häufig schwammige Baubeschreibungen, die großen Spielraum lassen bei der Ausstattung des Hauses. Nicht selten müssen Bauherren im Laufe des Projekts deutliche Kostensteigerungen hinnehmen, damit die Ausführung am Ende ihren Ansprüchen entspricht. Klären Sie mit den beteiligten Firmen schon vor Vertragsabschluss im Detail, welche Ausstattungsmerkmale Sie wünschen – am besten mit konkreten Produkt- und Preisangaben etwa für Fliesen, Fensterbänke, Wascharmaturen oder Bodenbeläge.

Preis-Leistungs-Vergleich

Nur anhand einer präzisen Baubeschreibung lässt sich ein aussagefähiger Preis-Leistungs-Vergleich vornehmen. Achten Sie dabei auf beliebte Tricks: Fertighauspreise werden häufig mit der Einschränkung „ab Oberkante Kellerdecke“ ausgewiesen. Das bedeutet, dass die Kosten für Keller oder Bodenplatte hinzukommen. 100 Quadratmeter Bodenplatte kosten wenigstens 20.000 Euro, ein gleich großer Keller mindestens 50.000 Euro.

Unabhängige Beratung

Die Planung eines Hauses ist eine Materie, die für Laien schwer durchschaubar ist. Zudem wartet die Baubranche mit vielen rechtlichen Sonderfällen auf, die im Streitfall entscheidend sein können. Lassen Sie sich daher unbedingt unabhängig beraten, etwa in einer Verbraucherzentrale oder bei einer der aufs Bauen spezialisierten Verbraucherschutzorganisationen.