ImmobilienDas kostet Wohnen im Eigentum

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Der Kauf einer Immobilie bedeutet für viele Menschen einen finanziellen Kraftakt. Der Lohn: Fortan können die Besitzer mietfrei wohnen. Allerdings werden auch nach dem Einzug jede Menge Ausgaben fällig. Neben den laufenden Kosten stehen unregelmäßig Posten an, für die Eigentümer Rücklagen bilden sollten. Die wichtigsten Kostenblöcke im Überblick:

Betriebskosten

Eigenheimbesitzer sparen die Miete. Stimmt, aber sie sollten sich im Klaren darüber sein, dass ihre finanzielle Belastung lediglich um die Kaltmiete sinkt. Die Betriebskosten fallen weiter an. Dazu zählen neben den Ausgaben für Heizung und Warmwasser Posten wie Abwasser, Schornsteinfeger, Straßenreinigung, Gartenpflege oder Gebäudeversicherungen. Im eigenen Haus rechnet der Besitzer diese Beträge direkt mit den Dienstleistern ab. In der Eigentumswohnung werden sie über die Betriebskostenabrechnung auf die einzelnen Parteien umgelegt. Der Betrag ist Teil des Hausgelds.

Für die Wärmeversorgung sollten Besitzer einer 80-Quadratmeter-Wohnung in einem Achtparteienhaus bei einem mittleren Verbrauch laut aktuellem Heizspiegel des Deutschen Mieterbunds pro Jahr mit 760 Euro (Heizöl) bis 1060 Euro (Fernwärme) kalkulieren (Stand: 2017). Ungefähr dieselbe Summe entfällt auf die „kalten“ Betriebskosten.

In der jährlichen Betriebskostenabrechnung ist auch die Grundsteuer aufgeführt: „Die Höhe hängt unter anderem ab von Ausstattung, Wohnfläche und dem örtlichen Steuerhebesatz“, erklärt Inka-Marie Storm, Chefjustiziarin bei Haus & Grund Deutschland.

Die Ausstattung der Immobilie wird – wie beim Mietspiegel – in vier Kategorien eingeteilt. Ein hochwertiges Badezimmer schlägt beispielsweise höher zu Buche als ein simples Duschbad. Basisgröße ist der sogenannte Einheitswert – der allerdings nur einen Bruchteil des aktuellen Verkehrswerts ausmacht.

Er wird multipliziert mit der Steuermesszahl, die je nach Bundesland zwischen 2,6 und zehn Promille liegt. Das Ergebnis wird abermals multipliziert mit dem sogenannten Hebesatz, den jede Kommune selbst festlegt (siehe Tabelle unten). Beispiel: Bei einem Einfamilienhaus beträgt der Einheitswert 50.000 Euro, die Steuermesszahl 3,5 Promille und der Hebesatz der Kommune 540 Prozent. Hieraus ergibt sich eine jährliche Grundsteuer von etwa 945 Euro.

Im April befand das Bundesverfassungsgericht, die Vorschriften für die Einheitsbewertung verstießen gegen das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes: In Westdeutschland werden Daten von 1964 herangezogen, im Osten solche von 1935. Bis Ende 2019 muss der Gesetzgeber nun eine neue Regelung finden. Die Mehrheit der Bundesländer neigt dazu, bei unbebauten Grundstücken den Bodenrichtwert als Steuerbasis zu wählen, bei Gebäuden wäre der sogenannte Kostenwert maßgeblich. Er ergibt sich aus der Bruttogrundfläche und den pauschalen Herstellungskosten. Bei älteren Bauwerken könnten bis zu 70 Prozent abgezogen werden. Hamburg und Bayern favorisieren eine Steuer, die sich vorrangig nach der Grundstücksfläche bemisst.