PorträtDaniel Arnold - der Reihenhaus-Optimierer

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Arnold in einem Wohnpark in Köln. Er umfasst 44 Reihenhäuser
Arnold in einem Wohnpark in Köln. Er umfasst 44 Reihenhäuser (Foto: J. Sellmann)

Also studiert Daniel Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe und Kanada, von 1994 bis 2000. Vom Vater bekommt er eine Dreizimmerwohnung in Kaiserslautern. „Er wollte, dass ich lerne, was Verantwortung heißt.“ Daniel lernt es: Mal wird die Fassade renoviert und frisst drei Monatsmieten, mal läuft die Garage mit Wasser voll und er muss den Abfluss frei machen. Nach dem Studium arbeitet Arnold kurz in der Telekommunikationsbranche, bekommt die UMTS-Versteigerungen mit, wechselt nach München zu EM.TV, dem Star des Neuen Markts. Das Treiben, der Hype behagen ihm nicht.

Da ruft eines Tages der Vater an, der sein Büro dem Partner übergeben hat. „Du, mir ist langweilig in der Rente.“ Er will ein neues Projekt machen: Reihenhäuser in Marburg. Ein Grundstück hat er schon, und eine alte GmbH aus den 70er-Jahren, die Orsus. Da Daniel nicht wirklich glücklich ist in München, kommt er zurück, sie bauen – und es wird ein Desaster.

„Mein Vater war Tüftler, kein Betriebswirt“, sagt Arnold. „Es war ein Riesendrama.“ Der Vater verzettelt sich, plant zu viel um, es gibt Beschwerden, Klagen. Acht Jahre werden die Prozesse dauern, die sie, beteuert Arnold, am Ende gewinnen. „Die Anlage steht noch heute, alles in Ordnung.“

In jener Zeit, 2001, erscheint ein Kurzporträt über Arnold im „impulse“-Magazin. Den „Baupreis-Brecher“ nennen sie ihn dort, knapp 30 Zeilen, Arnold sitzt auf einem roten Ziegeldach, er ist 27 Jahre alt. „Er zeigt der Branche, wie man auch in der Baukrise erfolgreich sein kann“, steht da. Orsus baut für 650 Euro pro Quadratmeter.

Kunst der Kernkompetenz

Nach dem Marburg-Projekt gründet Arnold 2002 eine eigene Firma und nennt sie Deutsche Reihenhaus AG. „AG, dachte ich damals, hört sich viel geiler und größer an.“ Klar, klingt wie Deutsche Wohnen und Deutsche Telekom. Am Anfang sitzen sein Cousin, die Schwester und ein Studienfreund im Aufsichtsrat. 
Das erste Projekt startet er in Kaiserslautern, danach in Speyer, fünf Jahre baut er nur einen Typ Haus, 145 Quadratmeter. Das Prinzip ist einfach: „Kernkompetenz, Kernkompetenz, Kernkompetenz.“ Arnold kauft Grundstücke, verkauft die Einheiten, plant, baut. Er stellt, sagt er, nie einen Business­plan auf, „keine Hockeystick-Kurve mit Umsatz und so weiter“.

Es ist kein steinloser Weg nach oben. 2003 geht er fast pleite, weil ein Vertriebspartner ihn linkt. Sein Vater sagt ihm: „Keine Energie in die Bekämpfung solcher Leute. Schreib es ab, mach lieber ein neues Projekt.“ Die Jahre danach läuft es, sie bauen 50, dann 100, dann 150 Häuser, 2006 haben sie über 50 Mitarbeiter, aber sind immer noch regional, unter dem Radar. „Uns hat damals keiner großartig ernst genommen“, erinnert sich Arnold.

Danach kommen Jahre des Wachstums. Nur 2017 bricht der Umsatz ein, aber nicht unerwartet: Baugenehmigungen verzögern sich, es wird schwieriger, Grundstücke zu finden. Rund 190 Mio. Euro Umsatz plant Arnold für 2019, 3500 Einheiten befinden sich im Schnitt in der Genehmigung. „Wir bekommen alles verkauft“, sagt Arnold.