PorträtDaniel Arnold - der Reihenhaus-Optimierer

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Reihenhaus-Wohnpark in Köln
Reihenhaus-Wohnpark in Köln (Foto: J. Sellmann)

Gebaut werden die Häuser in Wohnparks. Mal sind es zwölf, mal 20, hier in Köln-Buchheim 44 Einheiten, erbaut mit Betonfertigteilen, die vor Ort zusammengesetzt werden. Beheizt wird jeder Wohnpark über ein Blockkraftheizwerk, daneben steht eine Technikzentrale für Wasser, Strom und Internet.

Mehr als 10.000 Einheiten hat die Deutsche Reihenhaus schon gebaut, in rund 300 Wohnparks von Flensburg bis Burgkirchen an der Alz, gut 750 Häuser kommen pro Jahr hinzu. Das Einzige, was jemanden wie Daniel Arnold offenbar aufhalten kann, sind neue Bauvorschriften, zu teure Grundstücke und Stadtplaner. „Politiker und die Branche reden viel über bezahlbares Bauen“, sagt er. „Wir machen es.“

Man könnte jetzt kurz die Nase rümpfen. Das Reihenhaus hat einen zweischneidigen Ruf: Es ist praktisch, aber manche finden es spießig. Das Wort wird „oft mit einem leichten Ton der Abwertung benutzt“, hat der Stadtforscher Hartmut Häußermann geschrieben, „so als ob es kein richtiges Haus sei.“

„Das Reihenhaus“, sagt Arnold, „hatte lange Zeit keinen guten Ruf. Ich hoffe, wir haben dazu beigetragen, den Ruf zu verbessern.“

Wenn Reihenhäuser spießig sind, hat Arnold diese Spießigkeit optimiert und hartnäckig an ihrer Qualität gearbeitet. Wer seine Häuser sieht, merkt schnell, dass es falsch wäre, von oben auf sie herabzusehen. Sie mögen billig sein, aber sie wirken nicht billig. Es sind kleine, hoch standardisierte Träume am Fließband in Zeiten, in denen Soziologen von Multioptionalität sprechen, in der die Extrawurst also schwer in Mode ist.

Die Siedlung in Köln-Buchheim ist 2018 fertig geworden. Die Reihenhäuser stehen hier wie Perlen aufgereiht, in Beige-, Braun- und Rottönen, die Pflaster sind sauber, die Hecken niedrig. Es wirkt wie eine aufgeräumte Oase inmitten von Straßen, in denen in die Jahre gekommene Reihen- und Spitzgiebelhäuser aus den 70er-Jahren stehen.

Daniel Arnold geht durchs Haus, vielmehr eilt und rauscht er hindurch, und zu jedem Raum, jedem Fenster, jedem Quadratmeter fällt ihm eine Optimierungsgeschichte ein. Den Duschabfluss produziert er jetzt selbst, spart 300 Euro. Das Fenster ist von Roto, sie bestellen rund 1000 pro Jahr, aber nur vier Größen – ein Vorteil beim Einkauf. Nicht immer soll es billiger werden. Die Dachsteine sind flach und schwarz – findet er schicker, auch wenn es mehr kostet. „Wir investieren halt auch in Ästhetik.“

Ein PDF als Chronik

Die Chronik dieser Erfolgsgeschichte muss man nicht lange wälzen, sie steht auf einem PDF, das passend zur Philosophie nur eine Seite lang ist. Die Produkte, das Prinzip, vom Vertrieb über Planung bis zum Bau, rund 200 Mitarbeiter. Seit 1899.

Na ja, fast. Der Urgroßvater Anton hatte eine Baufirma, der Großvater Konrad seit 1936 ein Architekturbüro in Kaiserslautern. Das übernahm 1973, als Konrad erkrankte, der Vater Robert, in der Spitze arbeiteten 30 Leute für ihn.

„Er lernte, dass der Architekt zwar immer einen Tisch am Platz hat, aber den schlechtesten“, erinnert sich Daniel Arnold. „Das Sagen haben der Bauherr, der Investor und die Stadtplaner.“ Der Vater sagte zum Sohn: Mach etwas anderes.