ImmobilienAus dem Häuschen

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Lektion 4: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen

Hausverkauf© Jan Steins

Bei den Verkaufsverhandlungen empfiehlt Hobbie, Ruhe zu bewahren: „Viele Verkäufer meinen, sie müssten auf ein Kaufgebot sofort reagieren.“ Das sei ein Trugschluss, sagt der Makler. „Besser man überlegt erst, was am geschicktesten ist – beim Preis hart zu bleiben oder ein Gegenangebot zu unterbreiten. Für einen Tag Bedenkzeit hat jeder Käufer Verständnis.“

Wie wichtig es ist, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, haben Dorothea und Sven Rohde erfahren. Ende 2012 verkauften sie ihr Ferienhaus im Wendland, eine denkmalgeschützte Fachwerkkate von 1811, die sie als Ruine gekauft und zum Niedrigenergiehaus umgebaut hatten: 150 Quadratmeter Wohnfläche, großer Garten, bestens erhaltenes Fachwerk, rustikaler Dielenboden. Rohdes hatten es gekauft, als sie in Hamburg noch eine Wohnung hatten. Irgendwann legten sie sich dort ein Haus zu, und die Fahrerei wurde beiden zu viel. „Im Sommer musste dauernd einer von uns ins Wendland, damit der Garten nicht vertrocknet oder verkommt“, erzählt Sven Rohde.

Dem Paar war klar, dass der Verkauf nicht leicht würde. Ihre Preisforderung von 240.000 Euro lag weit über dem Durchschnitt, viele Häuser im strukturschwachen ehemaligen Zonenrandgebiet kosten weniger als die Hälfte. „Wir brauchten einen Liebhaber“, so Rohde.

Das Paar engagierte eine Maklerin, im Landkreis machte die Nachricht, dass das alte Schätzchen zu verkaufen sei, rasch die Runde. Das Interesse blieb trotzdem bescheiden. Schließlich fanden sich zwei potenzielle Käufer – ein Hamburger Ehepaar und ein Kölner, der regelmäßig im Wendland Urlaub macht. Rohdes mähten den Rasen, kochten Kaffee, führten die Besucher durchs Haus: vom geduckten Flur in die 3,80 Meter hohe Wohndiele – ein Wow-Effekt.

Beim Geld hörte die Wertschätzung auf: Rund 200.000 Euro boten die Interessenten. Auch wenn die Maklerin drängte, Rohdes lehnten ab. „Wir blieben höflich, haben uns für das große Interesse bedankt, und um Verständnis gebeten, dass wir zu diesem Preis nicht verkaufen.“ So blieb die Tür für die Interessenten offen. Als die Hamburger später doch 220.000 Euro boten und der Notartermin schon feststand, zog der Kölner Interessent nach: 225.000 Euro. Ein Happy End ganz ohne Gefeilsche oder Genörgel.

Wann der Fiskus Mitverdient

Nach zehn Jahren ist der Verkauf von Immobilien steuerfrei

Verkäufer von Anlageimmobilien müssen ihre Gewinne versteuern, wenn sie ihr Haus oder ihre Wohnung innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb verkaufen. Erst nach Ablauf dieser Spekulationsfrist ist der Verkauf für Privatpersonen steuerfrei. Selbstnutzer müssen den Erlös in der Regel nicht mit dem Fiskus teilen: Wer im Verkaufsjahr und in den beiden vorangegangenen Jahren selbst in der Immobilie gewohnt hat, kann sie steuerfrei verkaufen. Für das häusliche Arbeitszimmer, das abgesetzt wurde, werden allerdings anteilig Steuern fällig.