ImmobilienAuf die Lage kommt es an: Das wertet Ihre Immobilie auf

Auf die Lage kommt es an: Blick auf Remagen bei BonnIMAGO / Alice Dias Didszoleit

Ob zur Eigennutzung oder als Investment: Die Lage ist für die Rentabilität einer Immobilie einer der wichtigsten Faktoren. Häuser und Wohnungen in attraktiven Wohngegenden sind leichter zu vermieten und auch als Kaufobjekte gefragter. Doch wie können gerade Ortsfremde herausfinden, wie gut ein Standort tatsächlich ist?

Damit der Wertsteigerung eines Objekts nichts im Wege steht, sollten Kaufinteressierte eine Reihe von Kriterien berücksichtigen. „Der Bodenrichtwert gibt die beste Auskunft über die Attraktivität einer Lage“, sagt Nikol Ahrens aus Alzey. Sie arbeitet seit zwölf Jahren als selbstständige Gutachterin und bewertet den Verkehrswert von Immobilien. Der Bodenrichtwert gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie viel ein Grundstück wert ist, und wird von Gutachterausschüssen ermittelt, die regionale Durchschnittskaufpreise von Grundstücken sammeln und auswerten. Bei den Bundesländern können Bürger diese Richtwerte online kostenlos für jeden Ort erfragen. „Ja höher der Wert, desto besser die Lage“, erklärt Ahrens.

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Neben dem Bodenrichtwert spielen die Makro- und die Mikrolage eine wichtige Rolle für die Wertsteigerung einer Immobilie. Mit Mikrolage sind Faktoren wie die Anbindung an den regionalen Straßenverkehr und an öffentliche Verkehrsmittel gemeint, Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen, aber auch Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung wie Restaurants oder Parks. „Der Bau einer neuen Schule oder eines Supermarkts kann ganze Regionen stark aufwerten“, sagt Ahrens. Sie empfiehlt Kaufinteressenten, bei der Gemeinde um Planungsunterlagen zu bitten. Dort können Bürger Bebauungs- und Flächennutzungspläne einsehen und erfahren, was sich in den kommenden Jahren ändern soll. Die Expertin rät Immobilienkäufern außerdem, mit den Nachbarn des anvisierten Objekts zu sprechen: „Ansässige lesen oft die Regionalzeitung und sind im Ort gut vernetzt. Durch sie erhalten Immobilienkäufer wertvolle Tipps.“

Standortanalyse besorgen

Wer vor Ort ist, sollte sich die Wohngegend genau ansehen. Wirkt sie gepflegt oder eher heruntergekommen? Leerstehende Geschäfte, verwahrloste Höfe, Kneipen oder unsanierte Altbauten in der Nähe des Objekts könnten künftige Mieter oder Käufer abschrecken. „Ein Haus mag noch so schön sein: Wenn die nebenstehenden Objekte in einem ungepflegten Zustand sind, zieht das den Wert automatisch herunter“, warnt die Gutachterin. Auch Umweltrisiken können den Wert eines Wohnobjekts drücken. Wer beschließt, ein Haus in einem Überschwemmungsgebiet oder einem ehemaligen Bergbaugebiet mit Erdrutschgefahr zu kaufen, sollte vorab herausfinden, welche Elementarschäden die Gebäudeversicherung bereit ist, abzusichern.

Neben der Mikrolage sollten Käufer die Makrolage einer Immobilie unter die Lupe nehmen. Sie umfasst Faktoren wie die Arbeitslosenquote, die Wirtschaftsstärke und die Kaufkraft einer Region sowie die Fern-Anbindung durch Bahnstrecken, Autobahnen oder Flughäfen. Käufer müssen hier aufpassen: So ist eine gute Anbindung an den öffentlichen Fernverkehr zwar von Vorteil – die erste Bebauungsreihe neben einem Bahnhof sollten sie aber lieber meiden, denn hier drückt der Lärm den Wert des Objekts. Anders verhält es sich bei Immobilien in der Nähe von Flughäfen: „Der Nachteil der Lärmbelästigung spiegelt sich nicht im Kaufpreis wider“, sagt Ahrens. So sind Häuser und Wohnungen rund um den internationalen Flughafen in Frankfurt zum Beispiel besonders teuer. Wer die Immobilie selbst nutzen will, muss entscheiden, ob ihm das Wohnen in Flughafennähe zusagt.

Am einfachsten können sich Käufer und Häuslebauer einen Überblick über Makro- und Mikrolage eines Grundstücks verschaffen, indem sie sich bei einem der vielen Immobilienportale im Internet eine Standortanalyse besorgen. Diese bietet einen Überblick über die wichtigsten Standortfaktoren und kostet meist nicht mehr als 10 Euro. Auch ein Gutachter kann helfen, den Standort einer Immobilie richtig einzuschätzen. Für seine Dienste sollten Interessenten rund 300 bis 500 Euro einplanen.

 

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