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Immobilienpreise und Mietspiegel: München-Sendling – Westpark

Immobilien- und Mietpreise in München-Sendling – Westpark

Der Immobilienmarkt in München-Sendling – Westpark

Von Nadine Oberhuber

Sendling ist ein Viertel, in das Millionen Besucher von außerhalb jedes Jahr kommen und das auch fast jeder Münchener kennt. Dennoch könnten wohl nur die wenigsten beschreiben, innerhalb welcher Grenzen sich Sendling eigentlich erstreckt. Oder was dieses Viertel ausmacht, wenn gerade nicht September ist. Meist kennt man nämlich nur den riesigen freien Platz, der nördlich an Sendling grenzt, der zwar gar keine Wiese ist, auf dem aber die alljährliche Wiesn stattfindet: das Oktoberfest. Die Wiesn liegt zwar auf dem Gebiet der Schwanthalerhöhe, doch sie spült auch Millionen Besucher in die umliegenden Straßen. Das prägt dann auch das Leben in Sendling für viele Wochen, vom Aufbau der Zelte bis zum Abgesang des größten Volksfests der Welt. Als Bewohner muss man daher in den Straßen rund um die Wiesn starke Nerven haben und einigermaßen resistent sein in Sachen Lärm, Dreck und menschliche Gerüche. In den 50 übrigen Wochen des Jahres aber ist Sendling ein durchaus gemütlicher Stadtteil.

Es ist nicht das schickste Viertel, Gottseidank, davon hat die Stadt nämlich wahrlich schon genug. Stattdessen denken viele erst einmal an große Straßen und Verkehrsknotenpunkte: Sendling beginnt im Osten da, wo sich Impler- und Lindwurmstraße treffen, im Westen liegt der vielbefahrene Harras – einst stand hier noch ein Ausflugslokal vor den Toren der Stadt, heute kreuzen sich hier große Straßen und Bahnlinien. Im Süden schneidet die Plinganser Straße als eine der Hauptsausfallstraßen den Mittleren Ring. Dazwischen liegt ein Viertel, das dicht bebaut ist und von den Schornsteinen des Heizkraftwerks überragt wird. Rund 41.000 Einwohner haben hier Platz. Und sie genießen ihr Viertel vor allem, weil es nah an der Innenstadt liegt und im Südwesten direkt an die Isar und den Flaucher grenzt, an die Isarauen, die bei Joggern, Grillern und Grünsuchern gleichermaßen beliebt sind.

Was wohl die wenigsten wissen: In Sendlings altem Dorfkern steht heute noch der Stemmerhof – oben neben der Pfarrkirche am Ende der Lindwurmstraße. Er stand dort bereits 1381 und war bis 1992 der letzter Bauernhof im Stadtgebiet, der noch Milchwirtschaft betrieb. Seine Wiesen sind heute Freizeitfläche für die Anwohner, im alten Bauernhof sitzen jetzt Gewerbetreibende und drum herum tost der Verkehr. Der Hof ist aber längst nicht das Älteste hier. Die ersten Menschen siedelten schon in der Bronzezeit vor gut 4000 Jahren oben an der Isarhangkante und bewirtschafteten die Felder. Heute stehen dort mehrstöckige Häuserzeilen und Felder gibt es nur noch in Sendlings Süden, da wo die Straße nach Wolfratshausen beginnt und die Siemensallee verläuft. Sie werden wohl auch nicht mehr sehr lange unbebaut bleiben, denn einige der größeren Neubauprojekte sind hier bereits in die Höhe geschossen und weitere werden folgen. Noch etwas weiter südlich bei der Herterichstraße sind die Tage der letzten Äcker ebenfalls gezählt.

Sendling ist eines der Viertel mit dem meisten Potenzial, städtebaulich gesehen, weil es hier nicht nur gut erschlossene Baulandreserven gibt, sondern auch noch einige Verkehrs- und Gewerbeflächen, die sich eventuell noch umwandeln ließen. Gewerbe und Handel hatten in diesem Stadtteil schon immer ihren Platz und sorgten für einen regen Mix auf Wohnen und Arbeiten. Sehr viel Fläche von Sendling schluckt dabei einer der größten Arbeitgeber, der sicherlich hier bleiben wird: die Münchener Großmarkthalle. Sie ist der drittgrößte Gemüse- und Warenumschlagplatz Europas nach Paris und Mailand. Wichtigster Arbeitgeber im Bezirk ist die Großmarkthalle ebenfalls. Zusammen mit den anderen Handelsunternehmen in ihrem Dunstkreis stellt sie jeden vierten der 15.000 Arbeitsplätze im Stadtteil.

Die Mischung der Bewohner ist dementsprechend bodenständig und nicht-akademisch. Überdies war die Bevölkerungszahl Sendlings auch lange konstant, sie pendelt seit Jahren um die 40.000. Rund die Hälfte der Einwohner ist erwerbstätig. Die Angestellten überwiegen dabei zwar, aber ein Drittel der Bewohner sind ganz klassische Arbeiter. Insgesamt überwiegt die Klientel mit unterem bis mittlerem Bildungsniveau, sagt die Statistik. Ebenso ist auch das Einkommen der Bewohner im Schnitt nicht sehr hoch, sondern eher unterdurchschnittlich im Stadtvergleich. Dementsprechend ist die politische Gesinnung eine der sozialdemokratischten im jahrelang SPD-regierten Stadtgebiet. Rot-Grün kam hier zuletzt auf 60 Prozent der Stimmen. Es gibt viele Schulen und Sportvereine im Viertel, zudem einige Freizeittreffs und eigenwillige Kunst- und Kulturprojekte. Man könnte sagen: Sendling ist bisher ein ganz normales Viertel geblieben, ohne große Allüren.

Das alles macht das Stadtviertel neuerdings immer attraktiver, vor allem für Jüngere. Zuletzt zogen verstärkt 20- bis 40jährige ins Viertel, sie haben die Strukturen ein wenig aufgebrochen. Es gibt auch sehr viele Ein-Personen-Haushalte. Was man dagegen nicht findet, sind Repräsentationsbauten oder gar Villen. Es sind vielmehr Häuserzeilen alter Mietshäuser und Genossenschaftsbauten, die das Viertel prägen. Mit schönen Fassaden, Balkonen, vorspringenden Erkern und teils sehr verwunschenen und begrünten Innenhöfen, so klein sie auch sein mögen. Sie haben die bodenständige Bewohnerstruktur bis heute zu bewahren vermocht. Vielleicht schaffen sie das nicht mehr sehr[nbsp] lange, muss man befürchten. Denn ein Drittel der Gebäude Sendlings wurde noch vor 1945 errichtet, ist also heute im besten Altbaualter. Dadurch ist der Stadtbezirk neuerdings bei den betuchteren Mietern und Käufern heiß begehrt – und wegen seiner zentralen Lage. Er grenzt nämlich unmittelbar an die Ludwigs- und Isarvorstadt an und ist auch per U-Bahn mit der Stadtmitte verbunden.

Die steigende Beliebtheit hat sich schon mächtig auf die Wohnpreise ausgewirkt: Wer sich mitten in Sendling nach einer Eigentumswohnung umsieht, muss sich mit Preisen von 7000 bis 7200 Euro für ältere Baujahre anfreunden. Das ist ziemlich genau doppelt so viel wie vor fünf Jahren, da lagen die Preise bei 3300 bis 3600 Euro. Neubauten kosten hier auch schon um 8500 Euro pro Quadratmeter, jedenfalls auf dem Sendlinger Feld, wo nicht sehr viel gebaut wird. Heute muss man also rund eine halbe Million Euro für eine 70-Quadratmeter-Wohnung der Nachkriegszeit in die Hand nehmen. Wenn man es auf einen Altbau abgesehen hat, muss man sich oft zum gleichen Preis mit 60 Quadratmetern begnügen, die dann oft noch renovierungsbedürftig sind. Im Neubau bekommt man keine 60 Quadratmeter mehr dafür.

Billiger ist es noch dort, wo mehr Verkehr tost. Im Süden des Viertels an der Grenze zu Solln kann man sich auch für 5600 Euro pro Quadratmeter noch eine Gebrauchtimmobilie zulegen und für rund 6800 bis 6900 Euro sogar eine neue. Mit etwas Glück macht das 73 Quadratmeter für eine halbe Million. Oder rund 400.000 für etwa 50 Quadratmeter Neubau, denn bei den kleineren Wohnungen sind die Quadratmeterpreise stets höher.

Sendling wird wohl trotz der Preise weiter wachsen. Einige größere Neubauprojekte sind aktuell im Bau, allein das FeelMunich wird 320 weitere Wohneinheiten ins Viertel bringen und im Luisengrün entstehen weitere 106 Wohnungen. Sie sind noch nicht fertiggestellt und werden zwar noch beworben, doch die Wohnungen sind fast ausnahmslos schon abverkauft bis auf einige sehr wenige. Und das, obwohl das Luisengrün mit seiner Lage direkt am Mittleren Ring, also der Stadtautobahn, nicht gerade zu den idyllischen Standorten gehört. 7500 Euro kostet der Neubauquadratmeter hier.

capital.de, 21.03.2017
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