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Immobilienpreise und Mietspiegel: Dresden

Von Christian Hunziker

„Wonderful Town“ heißt das Musical von Leonard Bernstein, das derzeit auf dem Spielplan der Staatsoperette Dresden steht und meist ausverkauft ist. Die Bühne versteht das Stück als Hommage an ihre Heimat. „Was für eine wunderbare Stadt“ wäre auch ein passender Werbeslogan für die sächsische Landeshauptstadt. Denn sieht man von den Irritationen durch die Pegida-Bewegung ab, so hat Dresden jede Menge Vorzüge zu bieten: eine stabile Wirtschaft, eine renommierte Technische Universität, eine wachsende Bevölkerung, eine hohe Lebensqualität und einen boomenden Immobilienmarkt.

Vom Aufschwung zeugt nicht zuletzt das neue Domizil der Staatsoperette, das Kraftwerk Mitte. Durch die Umnutzung des Denkmals ist eine Attraktion entstanden, die auch in die Umgebung ausstrahlt: Gleich daneben bereitet der Hamburger Projektentwickler Revitalis Real Estate den Bau von knapp 180 Wohnungen und einem Hotel vor.

Der Wohnungsbau läuft in Dresden auf Hochtouren. Jährlich rund 1600 Wohnungen sollen nach dem Willen der Stadtoberen entstehen, und es sieht so aus, als ob diese Zielmarke deutlich übertroffen würde. Auf dem ehemaligen Robotron-Areal, am Postplatz, neben dem Zwinger, in Striesen, in Mickten – an jedem dieser Standorte entstehen Hunderte von Wohnungen. ...

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Immobilien- und Mietpreise in Dresden

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Der Immobilienmarkt in Dresden

Von Christian Hunziker

„Wonderful Town“ heißt das Musical von Leonard Bernstein, das derzeit auf dem Spielplan der Staatsoperette Dresden steht und meist ausverkauft ist. Die Bühne versteht das Stück als Hommage an ihre Heimat. „Was für eine wunderbare Stadt“ wäre auch ein passender Werbeslogan für die sächsische Landeshauptstadt. Denn sieht man von den Irritationen durch die Pegida-Bewegung ab, so hat Dresden jede Menge Vorzüge zu bieten: eine stabile Wirtschaft, eine renommierte Technische Universität, eine wachsende Bevölkerung, eine hohe Lebensqualität und einen boomenden Immobilienmarkt.

Vom Aufschwung zeugt nicht zuletzt das neue Domizil der Staatsoperette, das Kraftwerk Mitte. Durch die Umnutzung des Denkmals ist eine Attraktion entstanden, die auch in die Umgebung ausstrahlt: Gleich daneben bereitet der Hamburger Projektentwickler Revitalis Real Estate den Bau von knapp 180 Wohnungen und einem Hotel vor.

Der Wohnungsbau läuft in Dresden auf Hochtouren. Jährlich rund 1600 Wohnungen sollen nach dem Willen der Stadtoberen entstehen, und es sieht so aus, als ob diese Zielmarke deutlich übertroffen würde. Auf dem ehemaligen Robotron-Areal, am Postplatz, neben dem Zwinger, in Striesen, in Mickten – an jedem dieser Standorte entstehen Hunderte von Wohnungen.

Die meisten Projekte, und das ist für Dresden außergewöhnlich, werden in der Innenstadt realisiert. Genau das könnte zum Problem werden. „Der Dresdner möchte ungern direkt im Zentrum wohnen“, sagt Jan Bikowski, Geschäftsführer des Maklers Dimag – wenn es nicht gerade die Innere Altstadt ist. Was die These stützt: Im „Prager Carrée“, einem Neubau direkt gegenüber dem Hauptbahnhof, waren ein halbes Jahr nach Fertigstellung erst 70 Prozent der 241 Wohnungen vermietet.

Begehrt sind hingegen gut erschlossene Lagen nicht weit von der City entfernt – am besten im Osten der Stadt und nahe der Elbe gelegen. Loschwitz, Blasewitz, Weißer Hirsch und Striesen gelten denn auch als die beliebtesten Stadtteile. Aber selbst Lagen mit mäßigem Image geraten in den Blick von Bauträgern und Wohnungssuchenden. Das gilt zum Beispiel für Pieschen und die Leipziger Vorstadt, wo die Realisierung der lange geplanten Hafencity näherrückt. „Auch Löbtau und Cotta entwickeln sich sehr positiv“, stellt Makler Karl-Heinz Weiss fest.

So ergibt sich ein paradoxes Bild: Während der örtliche Mieterverein von „Wohnungsnot“ spricht, befürchten viele Experten als Folge der regen Bautätigkeit im gehobenen Bereich ein Überangebot. Holger Siering, Vorstand des Bauträgers Treuwobau, spricht von einem „derzeit etwas überhitzten“ Markt und prognostiziert, dass die Neubaumieten im Stadtzentrum bald zurückgehen werden. „Es wird zunehmend schwierig, für 10 Euro pro Quadratmeter oder mehr zu vermieten“, sagt Lutz Richter, Immobilienberater bei Planethome. Fachleute empfehlen deshalb Kapitalanlegern, mit konservativen Mieterwartungen zu kalkulieren und in barrierearme Wohnungen mit mindestens drei Zimmern zu investieren, die sich später gut an Selbstnutzer verkaufen lassen.

Also doch keine wunderbare Stadt? Schon, sagt Bauträger Holger Siering. Wenn man die Besonderheiten der Stadt berücksichtige, „ist Dresden immer noch ein gutes Investment“.

 

capital.de, 12.05.2017
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