GeldanlageDabeibleiben ist alles für Fondsanleger

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Symbolbild FondsPixabay

Eine Börsenweisheit lautet: „Hin und Her macht Taschen leer.“ Stimmt, sagen Anlageexperten und Verbraucherschützer. Sie weisen darauf hin, dass häufiges Handeln mit Kosten verbunden ist, die den Ertrag eines Investments empfindlich schmälern können. Man sollte gar nicht erst versuchen, Fonds möglichst günstig zu kaufen und möglichst teuer zu verkaufen, mahnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Das verursacht unnötige Orderentgelte.“ Die Verbraucherschützer wissen: „Privatanleger fahren im Schnitt umso schlechter, je mehr sie handeln.“

Statt teure und oft zum Scheitern verurteilte Optimierungsversuche zu starten, sollten Privatinvestoren mehr Zeit darauf verwenden, einen guten Fonds zu finden – und diesen dann über mehrere Jahre im Depot behalten. Bei der Auswahl gilt es vor allem die Kosten zu beachten. Denn die Qualität eines aktiv verwalteten Fonds bemisst sich in erster Linie am Preis: Je günstiger, desto besser. „Günstige Fonds sind langfristig attraktiver als teure“, bestätigen Experten der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Je mehr ein Fonds kostet, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er seinen Vergleichsindex übertrifft, belegt eine Studie des Fondsratinghauses Morningstar. Die Morningstar-Experten haben die Erfolgsquote aktiver Fonds unter die Lupe genommen. Ein Fonds gilt dann als erfolgreich, wenn er innerhalb eines bestimmten Zeitraums besser abgeschnitten hat als die Benchmark und zudem nicht aufgelöst oder mit einem anderen Fonds verschmolzen wurde. Um die Erfolgsquote in Bezug zu den Fondskosten zu setzen, haben die Analysten die untersuchten Fonds je nach Höhe der Gebühren in fünf Quintile eingeteilt.

Scharfer Blick auf die Fondsdokumente

Das Ergebnis der Morningstar-Untersuchung: Bei US-Aktienfonds lag die Erfolgsquote im günstigsten Quintil zwischen Anfang 2011 und Ende 2015 bei 62 Prozent. Im teuersten Quintil betrug sie nur noch 20 Prozent. In anderen Fondsgattungen fielen die Ergebnisse ähnlich aus. Von Aktien- über Misch- bis bin zu Rentenfonds gilt also: Je günstiger ein aktiv verwalteter Fonds ist, desto eher können Anleger damit rechnen, dass er sich besser entwickelt als der breite Markt. „Kosten besitzen Vorhersagekraft“, so das Fazit der Morningstar-Experten in ihrer Studie „Predictive Power of Fees“.

Um die Kosten eines Fonds zu beurteilen, können sich Anleger an der Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) orientieren. Aber Achtung: Diese gibt entgegen ihres Namens nicht die gesamten Kosten an, die bei einem Fonds-Investment anfallen können. Der Ausgabeaufschlag, der beim Kauf oft fällig wird, ist in der TER nicht enthalten. Auch Transaktionskosten auf Fondsebene sowie eine mögliche Erfolgsgebühr sind nicht inbegriffen. Viele Anbieter geben mittlerweile im Kundeninformationsblatt statt der TER die sogenannten Ongoing Charges an, die laufenden Kosten. Diese Kennzahl stellt zwar bei Dachfonds die Gebühren transparenter dar, ähnelt der TER aber ansonsten sehr – und enthält ebenfalls weder Transaktionskosten noch Ausgabeaufschlag oder Erfolgsgebühr. Ein scharfer Blick in die Fondsdokumente ist also unerlässlich.

Nicht ständig auf die Performance schauen

Die Kosten sind womöglich das wichtigste Güte-Kriterium aktiver Fonds. Sie sind aber nicht das einzige. Wer einen guten Fonds finden will, sollte sich daneben dessen Wertentwicklung in früheren Jahren anschauen. Investmentgesellschaften weisen zwar darauf hin, dass vergangene Performance-Daten nichts über die Zukunft aussagen. Das stimmt so aber nicht ganz: Anleger können immerhin sehen, wie sich ein Fondsmanager in schwierigen Marktphasen geschlagen hat. Eine besonders griffige Messgröße dafür ist der sogenannte Maximum Drawdown – zu Deutsch: Maximalverlust. Er zeigt an, wie viel ein Fonds innerhalb einer bestimmten Zeitspanne maximal an Wert verloren hat. Verzeichnet ein Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe einen besonders hohen Maximum Drawdown, ist das ein Indiz dafür, dass sein Manager kein gutes Risikomanagement betreibt.

Wer einen günstigen Fonds mit einer soliden früheren Wertentwicklung gefunden und ihn sich ins Depot geholt hat, sollte nicht der Versuchung nachgeben, ständig auf die Performance zu schauen. Es ist normal, dass sich Fonds in manchen Marktphasen eher gut und in anderen eher schlecht entwickeln. Wer mit den schlechten Phasen nicht zurechtkommt und zu Panikreaktionen neigt, sollte besser nur einmal im Jahr in sein Depot schauen.