GeldanlageWohin mit 5000 Euro?

Euro-Banknoten
Euro-Banknoten

Für viele hören sich 5000 Euro liquides Vermögen nach einer überschaubaren Summe an. Ein Blick auf die von der Bundesbank erhobene Situation privater Haushalte offenbart aber: Mit rund 5000 Euro zur Anlage bewegt sich ein Haushalt recht genau im Durchschnitt der Summe, die Deutsche auf der hohen Kante – sprich auf Sparbüchern und Konten – halten. Genau genommen liegt der Median hier bei 4900 Euro, weitere 1100 Euro liegen im Schnitt auf Girokonten.

Kann man mit dieser Summe schon einen Vermögensaufbau beginnen? Oder fressen einem die Gebühren die eventuelle Rendite weg? Die nüchterne Antwort darauf lautet: Ja, selbstverständlich kann ein Anleger 5000 Euro sinnvoll anlegen.

Das geht heute sogar einfacher als noch vor 20 Jahren, wenn man keine Beratung will. Denn die Digitalisierung des Wertpapiergeschäfts, die Direktbanken und der Wettbewerb der Anbieter von Indexfonds haben die Geldanlage deutlich billiger gemacht.

Anders sieht es für Anleger aus, die unsicher sind und sich gerne beraten lassen würden. Die strengere Regulierung der Anlageberatung hat das Geschäft mit kleinen Anlagebeträgen für Banken unattraktiv und teuer gemacht. Mehr als ein Produkt „von der Stange“ können Anleger dann von ihrer Hausbank oder einem freien Berater nicht erwarten, schließlich muss auch gute Beratung bezahlt werden.

Doch bevor 5000 Euro zum Vermögensaufbau eingesetzt werden, sollten sich Anleger viel simplere Fragen stellen. Etwa ob die 5000 Euro tatsächlich angelegt werden oder nicht lieber als Reserve sicher und verfügbar bleiben sollen – zum Beispiel auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto.

Die wichtige Reserve

Das klingt zunächst obskur, zumal sichere Anlagen keine nennenswerten Zinsen mehr bringen, zugleich aber an Kaufkraft verlieren (in Deutschland liegt die Inflation wieder bei rund zwei Prozent).

Doch eine gute Rücklage erwirtschaftet ihre „Rendite“ auch dadurch, dass ihr Besitzer im Falle unvorhergesehener Ausgaben keine teuren Dispo- oder Ratenkredite aufnehmen muss. „Als Untergrenze für ein ständig verfügbares Reservekapital gelten drei Monatsgehälter“, argumentiert etwa die Verbraucherzentrale Hessen.

Fehlt eine solche Liquiditätsreserve, sollten Sparer diese zunächst aufbauen, bevor sie sich zum Vermögensaufbau mit Sparverträgen, Wertpapieren oder einer Anlage für die Altersvorsorge entscheiden. Denn wenn das Geld knapp wird und solche Anlagen wieder aufgelöst werden müssen, kann es teuer werden. Vorzeitige Kündigungen kosten oft und sind bei schlechtem Timing womöglich mit Kursverlusten verbunden. Außerdem hilft eine Reserve, laufende Sparpläne oder staatlich geförderte Vorsorgeverträge auch dann zu bedienen, wenn das Geld mal knapper sein sollte.