AktieWirecard und das große Zahlenrätsel

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Mobile Payment-Apps gehören ebenso zu Wirecards Geschäft wie Prepaid-Kreditkarten, die NFC Technik für kontaktloses Bezahlen, QR Codes, und Kooperationen mit Mobilitätsdienstleistern und bald sollen auch biometrische Bezahlverfahren das Kaufen ganz ohne Kasse möglich machen. Zu den Kooperationspartnern der Gruppe gehören Namen wie Mastercard, für Alibabab machen sie Alipay hierzulande möglich, die japanische Softbank stieg bei ihnen mit ein. Und auch den chinesischen und indischen Markt will Wirecard bald großflächig beackern. Es scheint, als kenne das Wachstum derzeit gar keine Grenzen.

Genau das aber macht die Geschichte auch so unübersichtlich. Und irgendwie zu schön, um wahr zu sein. Im internationalen Vergleich übrigens ist Wirecard längst nicht die größte Nummer in diesem Geschäft. Obwohl Wirecard im Dax ist und mit knapp 18 Mrd. Euro Marktkapitalisierung schon milliardenschwer (ähnlich groß wie die Deutsche Bank übrigens). Zurzeit ruckelt sich die Branche zudem mächtig zurecht: In Frankreich schwoll der Wettbewerber Worldline gerade durch die Übernahme von Ingenico zum Branchenreisen an. Und im Vergleich zur geschluckten Ingenico wirkte Wirecard zuletzt überbewertet. Im Vergleich zum holländischen Mitbewerber Ayden immerhin wirkt Wirecards Aktie noch günstig, so gesehen könnte sie auch doppelt so teuer sein. Gegen die Weltkonzerne Apple oder Alibaba aber tun sich die kleineren Bezahlabwickler trotz ihres gigantischen Wachstums schwer.

In jedem Fall also hat die Geschichte von Wirecard noch das Zeug, zum echten Börsenkrimi zu werden. Auch unabhängig davon, wie das Ergebnis der Sonderprüfung ausfällt. Man wüsste nur zu gern schon jetzt, ob es ein Happy End geben wird oder ob die Anleger beim Abspann in Tränen ausbrechen werden.

 


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