Sparen für KinderWie man Geld für den Nachwuchs anlegt

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Praktisch sind sie zudem, wenn man einen Sparplan einrichtet: Man bekommt solche Sparpläne bei jeder Direktbank, dort eröffnet man ein Depot. Dann wird jeden Monat ein bestimmter Betrag automatisch vom Girokonto abgebucht und es werden Fondsanteile davon gekauft. Die Kosten für Depot und die laufenden Fondskosten sind klein. Und die monatlich abgebuchte Summe kann man auch jederzeit anpassen oder sogar stoppen, wenn man mehr oder weniger sparen will – oder das Geld mal knapp ist.

Ganz unbeaufsichtigt sollte man das alles indes nicht lassen: „Es ist nicht sinnvoll, einen Sparplan blind durchzuziehen, bis das Kind 18 ist“, sagt Verbraucherschützer Scherfling. Spätestens wenn der Nachwuchs 14 wird, sollten die Erwachsenen die Aktienkurse checken: Ist gerade eine außerordentlich gute Aktienphase wie 2017, dann sind Eltern gut beraten, die bisherigen Fondsanteile zu verkaufen und den Erlös auf ein Tagesgeldkonto umzuschichten. Danach können sie ja weitersparen. Dumm wäre aber, wenn nun doch einmal der Markt einbricht und das ausgerechnet kurz vorm 18. Geburtstag. Dann ist erst mal Ebbe im Depot.

#3 Im eigenen Namen anlegen

Auf wen sollte nun dieses Konto oder Depot laufen? Einige Ratgeber sagen, man solle es auf den Namen des Kindes anlegen. Immer wird der Tipp verbreitet, das Konto im Namen des Kindes zu eröffnen – wozu eine Geburtsurkunde benötigt wird und die Einverständniserklärung der Eltern. Das Geld lasse sich damit auf den Nachwuchs überschreiben, die Steuerfreibeträge fürs Kind würden voll ausgenutzt und zudem erlägen die Eltern nicht der Verlockung, den Betrag selber abzuheben, wenn sich eine stolze Summe angehäuft hat. Finanzberaterin Kühn sieht das nicht so: Wer für Kinder spart solle das Geld auf jeden Fall in seinem eigenen Namen anlegen, rät sie.

Es gibt nämlich einen Haken: „Sobald das Kind 18 ist, gehört das Geld ihm. Will es das Kapital an eine Sekte verschenken, für eine Weltreise verpulvern oder Freunden leihen, können die Eltern nichts dagegen tun.“ Zudem sprechen auch finanzielle Aspekte gegen einen Übertrag: Das Kinderkapital wird nämlich bei der Ausbildungsbeihilfe Bafög angerechnet. Läuft viel Geld auf den Namen des Kindes, muss es erst einmal sein eigenes Konto bis auf einen Restbetrag von 5200 Euro abräumen, bevor es Ausbildungsunterstützung erhält.

Zudem droht Schenkungssteuer, wenn reiche Verwandte dem Kind größere Summen vermachen. Und sollten die Eltern zwischendurch etwas vom Kinderkonto abheben müssen, weil sie selber durch Unfall oder Arbeitslosigkeit in Finanznöte geraten, gilt das als Betrug – und das übertragene Geld muss nachversteuert werden.

Wer nun tatsächlich fürchtet, dass er nicht die Disziplin hat, das Kapital unangetastet zu lassen, wenn es auf seinem eigenen Konto liegt, dem hilft ein Trick: Einfach ein Zweitdepot eröffnen und es nach dem Kind benennen. Dann ist jedem klar, für wen da gespart wird.