Sparen für KinderWie man Geld für den Nachwuchs anlegt

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Die Wahl des passenden Sparprodukts hängt nämlich vor allem auch davon ab, wie viel Zeit bis zum geplanten Auszahlungstermin bleibt und wie flexibel dieser Termin ist. Ist der Nachwuchs schon in der Pubertät und möchte auf den Führerschein hinsparen, dann sollte man eine möglichst sichere Sparform wählen wie Tagesgeldkonto (derzeit maximal 1 Prozent Zinsen) oder Festgeld. Angeblich hoch verzinste Spezialangebote wie das Mäusekonto der Hamburger Sparkasse (Haspa) sind hier keine Option: Es bringt Kindern nur bis 14 Jahre zurzeit drei Prozent Zinsen pro Jahr – aber das auch nur bei einem Anlagebetrag von höchstens 500 Euro. Darüber liegt der Zins bei kaum noch existenten 0,03 Prozent. Zudem kann er jederzeit auch sinken.

Ist das Kind dagegen noch klein und benötigt man das Geld nicht zu einem bestimmten Termin, dann ist ein Sparplan auf einen Indexfonds (ETF) auf einen breiten Aktienindex wie den Weltaktienindex MSCI World oder den deutschen Dax die beste Idee. Das ist die flexibelste Art zu sparen, und gleichzeitig eine höchst gewinnbringende. Denn sie ergibt auf lange Sicht – das heißt nach 10, 15 Jahren – im Schnitt eine Rendite von eben jenen rund sechs Prozent jährlich ab oder sogar mehr. Dafür aber muss man unbedingt Regel zwei befolgen.

#2 Konsequent dranbleiben

Das Wort „Risiko“ klingt für viele bedrohlich. Und tatsächlich sehen viele die Aktienmärkte – und damit auch Aktienfonds – als äußerst riskantes Unterfangen. Als Ort jedenfalls, an dem man das Zukunftskapitals seines Kindes nicht unbedingt verbrennen möchte. Das Gegenteil davon ist aber der Fall, wenn man beherzigt, dass man nicht nur breit gestreut auf eine große Zahl von Aktien setzt (mit eben jenen Indexfonds auf MSCI World oder Dax) und wenn man einfach sehr lange dabei bleibt.

Denn das Prinzip ist: Auch wenn die Aktienmärkte zwischenzeitlich mal den Rückwärtsgang einlegen – meist holen sie solche Dellen recht schnell wieder auf. Daher erleiden Anleger am Kapitalmarkt keine Verluste, so lange sie ihre Aktien und Fonds in den schlechten Zeiten einfach halten und auf steigende Kurse warten. Tatsächlich zeigt die Statistik des Deutschen Aktieninstituts: Mit einem Indexfonds auf den deutschen Aktienindex erlitten Anleger seit 1960 noch nie Verluste, wenn sie ihre Papiere nur länger als zwölf Jahre behielten. Völlig egal, wann sie kauften oder verkauften.

Was verbirgt sich nun hinter diesem Fonds und ETFs? Darin stecken zwar einzelne Aktien, die steigen und fallen können, doch man kauft sehr viele verschiedene Aktien im Paket. Wenn einzelne Papiere tatsächlich an Wert verlieren, gleichen viele andere das oft wieder aus. Die Aktienmischungen in Indexfonds sind dabei genau so zusammengesetzt wie der dazugehörige Börsenindex. Klettert also der Börsenindex, steigt eins zu eins auch der Wert des ETFs.

Mit einem Dax-ETF wettet man also darauf, dass sich die 30 größten Firmen der deutschen Wirtschaft positiv entwickeln. Und dass die innerhalb der kommenden 20 Jahre so überhaupt kein Wachstum erleben werden, ist doch höchst unwahrscheinlich. Auf Sicht von 50 Jahren erzielten Anleger mit deutschen Standardwerten stets eine Rendite von sechs bis acht Prozent pro Jahr. Fonds zahlen sich also enorm aus, wenn man lange genug dabeibleibt.