Sparen für KinderWie man Geld für den Nachwuchs anlegt

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„Sparen und Versichern sollte man immer trennen!“

Noch fataler ist, wenn Großeltern solche Rundum-Versicherungen für ihre Enkel abschließen. Denn die Gefahr, dass Oma und Opa nicht einzahlen, bis die Enkel erwachsen sind, weil sie vorher sterben, lassen sich Versicherer üppig bezahlen mit noch schlechteren Konditionen. Und werden die Policen vorzeitig gekündigt, weil das Kind als Dreißigjähriger andere Vorstellungen vom Sparen und vom Leben hat, sind die Verluste enorm. Deshalb rät der Verbraucherschützer: „Sparen und Versichern sollte man immer trennen!“ Fürs Kind zu sparen ist eine gute Sache. Bevor man aber 65-jährige Renten- oder Unfallpolicen auf den Nachwuchs abschließt, sollten lieber die Eltern für wenige Euro monatlich eine Risikolebensversicherung für sich selbst abschließen und natürlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben, falls ihnen etwas zustößt – dann ist das Kind finanziell ebenfalls abgesichert.

Aber Bausparen sei doch etwas Solides, denken viele. In Wirklichkeit sind Bausparverträge sehr starr und zweckgebunden. Und wer weiß schon, ob das Kind mal ein eigenes Haus haben will oder überhaupt irgendwo sesshaft wird? Natürlich kann man das gesparte Geld auch für Renovierungen verwenden oder für etwas ganz anders, beispielsweise ein eigenes Auto. Aber mal ehrlich: Wie sinnvoll ist es, jahrzehntelang Geld für 0,1 bis allerhöchstens 0,5 Prozent Zinsen auf ein Konto zu zahlen, wenn das Kind dafür später nicht einmal in den Genuss eines günstigen Immobilienkredits kommt, weil es den gar nicht will? Genau dafür ist das Bausparen ja eigentlich gedacht. Auf 40 Jahre im Voraus solche Zinswetten einzugehen, ergibt überhaupt keinen Sinn. Und das statistische Durchschnittsalter deutscher Hauskäufer liegt bei eben diesen 40 Jahren.

Stattdessen gibt es drei Regeln: Erstens, frühzeitig anfangen. Zweitens, konsequent dranbleiben. Und drittens, im eigenen Namen anlegen, so raten Finanzexperten.

#1 Frühzeitig anfangen

Wer allzu lange zögert, verspielt einen Großteil des Zinseszinseffekts und genau der macht es einfacher, bis zur Volljährigkeit des Kindes einen ansehnlichen Betrag anzusparen. Wenn Eltern erst beginnen monatlich 100 Euro beiseitezulegen, sobald das Kind zehn Jahre alt ist, kommen bis zum 20. Geburtstag – auch ohne jegliche Zinsen – 12.000 Euro zusammen. Werden auf die Sparbeträge zwei Prozent Zinsen gezahlt, werden daraus 13.300 Euro.

Beginnt der Sparplan aber bereits mit der Geburt, so ergibt sich ein Endkapital von 29.500 Euro, davon sind allein 5500 Euro nur Zinsen, wenn man ebenfalls von zwei Prozent ausgeht. Je mehr Rendite eine Anlage abwirft, desto größer fällt dieser Zinseffekt aus: Bei sechs Prozent Rendite stehen nach 20 Jahren ansehnliche 45.500 Euro auf dem Konto. Also schon 20.000 Euro mehr als man eigentlich eingezahlt hat.

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Nun sind aber schon zwei Prozent Zinsen mit reinen Sparanlagen zurzeit schwer zu bekommen. Die besten Angebote für Langfrist- und Sparplansparer machen momentan die Umweltbank (1,33 Prozent Zinsen für 20 Jahre Sparzeit) und die Deutsche Bank (1,2 Prozent). Es ist aber davon auszugehen, dass die Zinsen demnächst wieder steigen, wenn die Zentralbanken endlich ihre Niedrigzinspolitik aufgeben, was sie bereits mehrfach in Aussicht gestellt haben. Wer bereits jetzt einen höheren Betrag fürs Kind beisammen hat, etwa durch die Geldspenden der Großeltern, der kann ihn auch für zehn Jahre für 1,8 oder 1,85 Prozent auf ein Festgeldkonto legen, zum Beispiel bei der Cronbank oder der Frankfurter Eurocity Bank.

Die sechs Prozent Rendite dagegen sind gar nicht so unwahrscheinlich. Dafür muss man sich nur an einen Gedanken gewöhnen: Daran, dass Geld besser für die Kinder arbeiten kann, wenn es beweglicher ist und nicht starr auf einem Sparkonto vor sich hinvegetiert. Viele Eltern streben bei den Geldanlagen für ihre Kinder zu sehr nach Sicherheit und meiden daher kapitalmarktnähere Anlageformen. Genau das aber ist ein Fehler. Denn gerade weil die Sparphase so lang ist und 10, 20, gar 30 Jahre betragen kann, ist eine Fondssparanlage die ideale Form. Denn auf solche Zeiträume lässt sich jede Krise am Aktienmarkt locker aussitzen und am Ende in eine ansehnliche Rendite verwandeln.