GastbeitragWie man das passende Girokonto findet

Ein Mann hebt Geld an einem Automaten ab
Das Geldziehen am Automaten kann Kosten verursachendpa

Jeder Mensch ist anders – auch, wenn’s um die Finanzen geht. Die einen schätzen es, Überweisungen und Geldgeschäfte in der Filiale zu erledigen, andere setzen lieber auf mobiles oder Online-Banking. Eigentlich wäre es einleuchtend, wenn diese unterschiedlichen Präferenzen sich auch bei den Konditionen des Girokontos widerspiegeln würden. Doch viele Deutsche geben noch immer Geld für Services aus, die sie weder brauchen noch nutzen. Im Extremfall kann sie das einige Hundert Euro pro Jahr kosten.

Die persönliche Nutzung entscheidet

Um das richtige Konto zu finden, müssen Kunden zunächst ihr eigenes Nutzungsverhalten analysieren. Wer Bankgeschäfte vor allem zuhause oder unterwegs erledigt, braucht sicher kein Filialnetz oder Kontoauszugsdrucker. Wer am liebsten mit Karte zahlt, benötigt keine Bank, die eine Vielzahl von Geldautomaten unterhält. Und wer kaum reist oder selten im Internet einkauft, kann in der Regel sogar auf eine Kreditkarte verzichten.

Für besonders technikaffine Kunden kann es sich wiederum lohnen, Bankgeschäfte ausschließlich per App zu erledigen. Wer in diesem Segment die besten Konditionen bietet, zeigt die eine aktuelle FMH-Erhebung. Umgekehrt gilt: Traditionalisten, die den persönlichen Kontakt zum Schalterbeamten schätzen, werden mit einem solchen Modell nicht glücklich werden. Auch ein reines Online-Konto ist für sie wahrscheinlich nicht das Mittel der Wahl – auch wenn es nach wie vor die Direktbanken sind, die mit Abstand die niedrigsten Gebühren verlangen.

Sie bieten vielfach sogar noch kostenlose Girokonten an, die diesen Namen tatsächlich verdienen. Einzig, wenn ein Kunde den Euro-Raum verlässt, fallen meist Kosten an. Zahlungen mit Kreditkarte schlagen dann bei fast allen Anbietern mit einem Fremdwährungsentgelt von 1,5 bis 1,75 Prozent des Umsatzes zu Buche.

Kostspielige Klassiker

Deutlich teurer kommen die klassischen Girokonten der Filialbanken. Wer alle Leistungen vom Kontoauszug bis zur papiernen Überweisung nutzen will, zahlt hier eine Grundgebühr von bis zu 27 Euro pro Monat (GiroPremium der Sparkasse Brühl).

Zwar bieten die meisten Geldhäuser auch Konten an, die sich nur online führen lassen und werben mit sehr niedrigen Kontoführungsgebühren (oder gar einem völligen Verzicht). Davon sollte sich aber niemand blenden lassen. Oft holen sich die Anbieter das Geld auf andere Weise zurück.

Zwar hat erst vor Kurzem das Landgericht Düsseldorf entschieden, dass ein Girokonto nicht als „kostenlos“ verkauft werden darf, wenn die EC-Karte den Kunden 10 Euro kostet (A. 38 O 68/16). Doch nach wie vor bitten viele Banken ihre Kunden für vermeintlich selbstverständliche Services zur Kasse. Geldziehen am Automaten oder die Nutzung des Kontoauszugsdruckers kann da schnell zwischen 20 und 50 Cent kosten, für beleghafte Überweisungen verlangen einzelne Anbieter stolze drei Euro.

Fazit: Das perfekte Konto für jedermann gibt es nicht mehr. Welche Variante die günstigste ist, hängt maßgeblich vom eigenen Nutzungsverhalten ab – und vom Kleingedruckten der Banken. Aufwendige Recherchen sind trotzdem nicht erforderlich. Das beste Girokonto für Ihre Bedürfnisse finden Sie hier:

Capital Girokonto-Vergleich
Capital Girokonto-Vergleich

Welches Girokonto hat die höchsten Zinsen und die niedrigsten Kosten? Jetzt vergleichen